22.06.2026

Come2UpperAustria lud internationale Talente in die Tabakfabrik Linz

300 Gäste feierten globale Vielfalt bei Summer Party

Bei der 6. International House Summer Party von Come2Upper Austria verwandelte sich die Tabakfabrik Linz am 18. Juni in einen pulsierenden Treffpunkt internationaler Talente. Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft feierten gemeinsam die Vielfalt und die Chancen, die Oberösterreich als global vernetzter Standort bietet.

3 Personen unterhalten sich im Freien. 2 davon haben eine Come2Upper Austria-Tasche umgehängt
Gäste der International House Summer Party in der Tabakfabrik ©cityfoto/Pelzl-Mairwöger


„Internationale Fachkräfte waren, sind und bleiben unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, betonte Manfred Luger, Leiter der Abteilung Human Capital Management bei der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria, in seiner Eröffnungsrede. Rund 150.000 Menschen mit internationalem Hintergrund prägen mittlerweile den Arbeitsmarkt in Oberösterreich – mehr als 20 Prozent der Beschäftigten.

Vom Pflänzchen zum Baum

Seit 2014 bringt Come2Upper Austria Menschen mit einer klaren Mission zusammen: internationale Talente anziehen, sie unterstützen und mit den Angeboten unserer Region vernetzen. „Was als zartes Pflänzchen begann, ist heute ein Baum, der jedes Jahr weiterwächst“, sagte Luger. Die Summer Party sei ein sichtbares Zeichen für genau diese Entwicklung – und für das, wofür die Region steht: Verbundenheit, Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass Vielfalt uns stärker macht.“

Vom Flüchtlingskind zum Mutmacher

Keynote Speaker Ali Mahlodji sprach offen über seinen persönlichen Weg – er kam als Flüchtling ins Land. „Nach Oberösterreich zu kommen und zu erkennen, dass die ganze Welt hier vertreten ist, gehört zu den schönsten Erfahrungen, die man machen kann“, betonte er. „Als Kind fühlte ich mich in diesem Land wie ein Fremder.“ Mahlodjis Biografie ist geprägt von Herausforderungen: „Ich hatte mehr als 40 Jobs, weil ich nicht wusste, wo ich hingehörte.“ Ein Wendepunkt war ein Lehrer, der an ihn glaubte: „Du bist in Österreich. Wenn du dich für etwas engagierst, kannst du Erfolg haben.“ Später gründete er whatchado, eine Berufsberatungsplattform mit mehr als 7.000 Geschichten aus über 100 Ländern.

„Erfolg beginnt damit, aneinander zu glauben“

Mahlodji appellierte an Unternehmen: „Helft Menschen, ihre Geschichte in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln.“ Internationale Fachkräfte sieht er als enorme Chance: „Menschen, die bewusst hierherkommen, bringen Motivation und Eigenverantwortung mit.“ Organisationen sollten dieses Potenzial nutzen. In der veränderten Arbeitswelt brauche es ein Umdenken: „Die Frage lautet nicht: Wer wird uns führen? Die Frage lautet: Wie entwickeln wir Menschen so weiter, dass sie sich selbst führen können?“ Seine Botschaft: „Erfolg beginnt damit, aneinander zu glauben – und dann an uns selbst.“

Internationale Studierende als Schlüssel für die Zukunft

Stefan Koch, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz, verwies auf die dynamische Entwicklung: „Der Anteil internationaler Studierender an der JKU ist in zehn Jahren von zehn auf 20 Prozent gestiegen.“ Die Studierenden kämen mittlerweile aus 120 Ländern. „Das bringt Vielfalt, auf unseren Campus. Davon profitieren auch unsere österreichischen Studierenden sehr“, betonte Koch. „Letztendlich ist es unser Ziel, dass viele dieser Studierenden hier in Oberösterreich bleiben und ihre Karriere aufbauen.“

Michael Rabl, Geschäftsführer der Fachhochschule Oberösterreich, schilderte: „Viele internationale Studierende kommen wegen unserer Studiengänge nach Österreich. Sehr hilfreich ist dabei, dass unsere Hochschulen gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern den Studierenden bereits vor ihrer Ankunft einen ersten Einblick in Österreich vermitteln.“ Durch internationale Austauschprogramme und Stipendien können viele Studierende ein Semester hier verbringen, die Menschen und die Kultur kennenlernen und Deutsch lernen.

Hochschulen unterstützen auf ganzer Linie

Andre Zogholy, Vizerektor der Kunstuniversität Linz, berichtete von einer konkreten Erfahrung. Eine Chinesin hatte sich für ein Promotionsstudium beworben. „Wir wollten unbedingt, dass sie nach Linz kommt – doch aufgrund von Visaproblemen stellte sich das als viel schwieriger heraus als erwartet. Ich habe mich persönlich eingeschaltet, habe Botschaften in China kontaktiert und auch mehrfach mit lokalen Behörden zusammengearbeitet. Es hat etwa ein Jahr gedauert, aber schließlich hat sie es nach Linz geschafft. Das war ein wirklich besonderer Moment.“

Stefanie Lindstaedt, Gründungspräsidentin der IT:U, betonte: Österreich ist die Heimat vieler starker Branchen und Unternehmen. Das ist ein großer Vorteil, denn die Studierenden wissen, dass sie nach dem Studium auch Karriereperspektiven haben.“ Die IT:U bringt ebenfalls Studierende und Unternehmen zusammen – von Praktika bis zu Nebenjobs. „Das spiegelt auch den Geist wider, den wir der Welt vermitteln wollen: Wir unterstützen unsere Studierenden und schaffen echte Chancen.“

Chancen, Erfahrungen und Wege zum Erfolg
Unter dem Titel „Zukunft gestalten in Oberösterreich“ diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Start-up-Szene. Marina Katic von der Lenzing Group betonte: „Wenn man neu ist, ist es oft schwierig zu verstehen, wie alles funktioniert. Deshalb ist der Zugang zu Informationen der erste entscheidende Schritt. Und genau hier machen Veranstaltungen wie diese oder die Services von Come2Upper Austria einen echten Unterschied. Sie liefern nicht nur Informationen, sondern helfen den Menschen auch, diese zu verstehen und einzuordnen. Das hilft Menschen, sich verbunden zu fühlen und ihren Platz zu finden.“

Stille Helden

Für die Mentalität der Österreicherinnen und Österreicher fand Katic lobende Worte: „Österreich überrascht auf eine sehr ruhige und sanfte Art – besonders in Oberösterreich. Man wird ermutigt, seine Komfortzone zu verlassen, Neues auszuprobieren und ein neues Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln.“ Oft seien es die „stillen Helden“, die den Unterschied ausmachen: geduldige und hilfsbereite Verwaltungsmitarbeiter oder Menschen in Supermärkten, die sich Zeit nehmen.

Karriere statt „Brain Waste“

Emin Vojnikovic hat mit der Indima GmbH ein Start-up gegründet und wollte damit gegen den „Brain Waste“ angehen. Damit sind hochqualifizierte Menschen gemeint, die in Berufen arbeiten, die unter ihrem Qualifikationsniveau liegen, weil internationale Qualifikationen oft nicht schnell – oder manchmal nicht ausreichend – anerkannt werden, da sie komplexe Validierungs- und Verwaltungsprozesse durchlaufen müssen.

„Mein Co-Founder hat dies am eigenen Leib erfahren: Er studierte in Armenien, bevor er sein Studium an der JKU fortsetzte. Auch ich habe an der JKU studiert. Wir haben uns zusammengetan, um dieses Problem anzugehen“, erzählte Vojnikovic. „Wir erhielten viel Unterstützung in Oberösterreich, insbesondere vom Linzer Ökosystem mit Inkubatoren, Mentorenprogrammen und der Stadt Linz“, schilderte der Start-up-Gründer. Oberösterreich bezeichnet er wegen der Vielfalt an Möglichkeiten als attraktiv.

Vom Feuer profitieren

Bei Peak Technology arbeiten derzeit Menschen aus 24 verschiedenen Nationen. CFO Philipp Staudinger erklärte, was Unternehmen und Beschäftigte von internationalen Kolleg:innen lernen können: „Die Vielfalt bei der Problemlösung ist für jedes Unternehmen äußerst wertvoll. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wissenstransfer. Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund bringen wertvolle Erkenntnisse und ein tieferes Verständnis dafür mit, wie die Dinge in ihren Regionen funktionieren. Und nicht zuletzt bringen internationale Mitarbeiter oft eine starke Motivation und Tatkraft mit – und von diesem Feuer profitieren Unternehmen.“

Abwechslungsreiches Rahmenprogramm

Zahlreiche Aussteller aus Bildung, Organisationen und Vereinen präsentierten konkrete Unterstützungsangebote: ABA, AMS OÖ, migrare, pro mente OÖ, JKU, FH OÖ, IT:U, Kunstuni Linz, Anton Bruckner International School (ABIS), Linz International School Auhof (LISA), HTL Leonding, Playschool Linz, Lusin’s English Book Club, Black Wings. Besucher:innen konnten mit ePunkt ihren Lebenslauf für den österreichischen Arbeitsmarkt optimieren. Ein buntes Familienprogramm bot Unterhaltung für Groß und Klein. Viel Applaus erhielt der ABIS-Schulchor mit 40 Kindern. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Brass Quintett der Digital Mile Pop-up Musikkapelle. Der Abend klang mit internationalen kulinarischen Highlights und Live-Musik des Bookie Mountain Jazz Trios aus.

Podcast

Mehr zum Vortrag von Ali Mahlodji gibt es zu hören im Podcast Talking Heads
 

Come2Upper Austria

Einen Überblick über Services und Veranstaltungen für internationale Talente sowie Unternehmen liefert die Website von Come2Upper Austria

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