17.07.2025

Circotronic bringt Kreislaufwirtschaft in die Praxis

Im EU-Projekt „Circotronic“ haben oberösterreichische Elektronikunternehmen gemeinsam mit Business Upper Austria in einem Pilotversuch ihre Prozesse und Geschäftsmodelle analysiert – hin zu mehr Kreislauffähigkeit. Das Projekt zeigt, wie Betriebe mit geeigneten Methoden und Werkzeugen zirkuläre Ansätze erfolgreich in die Praxis übertragen können.

Das Forum Engineering am 27. November 2024 bei Lenze Austria in Asten wurde für das 90-minütige Broad Piloting genutzt
Broad Piloting Circotronic © Roland Pelzl/Cityfoto

Die Projektgruppe verfolgte zwei unterschiedliche Ansätze: Zum einen analysierten 20 Unternehmen anhand eines fiktiven Elektronikbetriebs, wie die Werkzeuge funktionieren, um damit zirkuläre Geschäftsmodelle zu entwickeln. 

„Dieses breit angelegte Testen verschaffte den Unternehmen einen schnellen Überblick über relevante Tools der Kreislaufwirtschaft und zeigte sowohl Potenziale als auch typische Hürden bei deren Anwendung auf“, erklärt Michael Grünwald vom Cleantech-Cluster der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria.

Potenziale und Stolpersteine

Unternehmen unterschiedlicher Branchen sehen sich häufig sehr individuellen und spezifischen Herausforderungen gegenüber. 

„Diese vielfältigen Perspektiven erschweren oft ein gemeinsames Verständnis – insbesondere beim Einstieg in die Nutzung von Tools. Zudem wird der Fokus nicht selten vorschnell auf konkrete Lösungen gelegt, ohne das zugrunde liegende Problem ausreichend zu analysieren“, resümiert Grünwald. 

Andererseits birgt eine gewisse Branchenvielfalt auch enormes Potenzial für gegenseitiges Lernen. 

„Das Betrachten bestehender Ressourcen aus neuen Blickwinkeln lässt innovative und nachhaltige Ideen entstehen“, ergänzt Grünwald. 

In jedem Fall schaffen die getesteten praxisnahen Tools einen strukturierten Zugang zu zirkulären Geschäftsmodellen.

Unternehmen zeigen, wie’s geht

Parallel dazu testeten die vier Elektronikspezialisten COISS, voidsy, KEBA und XOOO Mechatronics die Tools direkt im eigenen Betrieb. Die voidsy gmbh, spezialisiert auf zerstörungsfreie Material- und Bauteilprüfung, durchleuchtete ihre Prozesse von der Entwicklung bis zur Anwendung. 

„Besonders geholfen hat uns, die Unternehmenswerte entlang des Produktlebenszyklus klar zu identifizieren und gezielt zu bewerten. Dadurch konnten wir konkrete Potenziale für Kreislaufstrategien erkennen – insbesondere im Hinblick auf unsere Aktivitäten in der Luftfahrtindustrie. Der Workshop hat nicht nur unser Bewusstsein für Ressourcenflüsse geschärft, sondern auch konkrete Ansätze für zukunftsfähige Geschäftsmodellinnovationen aufgezeigt“, fasst Holger Plasser, Co-Founder & CEO der voidsy gmbh, zusammen.

Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

„Die Pilotierungen haben gezeigt: Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor“, betont Michaela Streicher vom Cleantech-Cluster. 

Die Unternehmen entwickelten konkrete nächste Schritte, um ihre zirkulären Strategien weiterzuverfolgen. Ein entsprechendes Unterstützungsangebot für oberösterreichische Betriebe ist bereits in Planung. Die Erkenntnisse aus dem Projekt fließen zudem in den europaweiten Austausch mit Partnerorganisationen ein.

Kontaktpersonen:

Michaela Streicher, Projektmanagerin Cleantech-Cluster, Business Upper Austria
Michaela Streicher
Georg Alber, Projektmanager Mechatronik-Cluster, Business Upper Austria
Georg Alber
Projektmanager

Smart Engineering

georg.alber(at)biz-up.at