07.04.2026

Circular Foresight Initiative

Für eine zukunftsfähige Wirtschaft im bayerisch-österreichischen Grenzraum

Die bayerisch-österreichische Region steht vor einer doppelten Herausforderung: Der notwendige Wandel hin zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Wirtschaft trifft auf eine strukturelle Krise der Industrie. Die Kreislaufwirtschaft ist in diesem Zusammenhang ein vielversprechender Ansatz. 

Circular Foresight Initiative © iStock/NetPix
Circular Foresight Initiative © iStock/NetPix

Die Circular Economy (CE) verspricht Ansätze für die Lösung der drei drängendsten Probleme, vor denen der Europäische Wirtschaftsraum sowie viele Regionen in Europa stehen:

  1. Mehr Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft: Durch zirkuläre Praktiken wird der Materialverbrauch reduziert, was sowohl die Treibhausgasemissionen verringert (ökologische Nachhaltigkeit) als auch Materialkosten und unternehmerische Risiken senkt (ökonomische Nachhaltigkeit).
  2. Diversifizierung der Rohstoffquellen durch die Erschließung des Materialstocks als zusätzliche Rohstoffquelle mithilfe der R-Strategien (Reuse, Refurbishment, etc.).
  3. Mehr Resilienz in der Rohstoffversorgung durch höhere Verfügbarkeit von Sekundärrohstoffen bzw. geringerer Nachfrage wegen langlebigerer Produkte.

Die Circular Foresight Initiative (CFI) vereint sieben kreislaufwirtschaftliche Vorreiterorganisationen und CE-Netzwerke aus Bayern und Österreich, um innovative, zirkuläre Wertschöpfungsprozesse in Branchen mit hoher Materialintensität zu fördern.  

Projektziele:

  • Resilienz erhöhen durch mehr Sekundärrohstoffe und langlebigere Produkte
  • Praxisnahe Zukunftspfade für KMU entwickeln auf Basis echter Bedarfe
  • Pionierwissen nutzbar machen, um materialintensive Branchen bei der Transformation zu unterstützen
  • Circular Foresight-Methodik testen und weiterentwickeln
  • KMU-orientierte Angebote für Einsteiger aufbauen
  • Ein grenzüberschreitendes Innovationsnetzwerk für dauerhafte Zusammenarbeit etablieren

Die CFI verfolgt einen grenzüberschreitenden Ansatz, der von den Erfahrungen, der Expertise und den Kontakten aller Partner profitiert. Die CFI fördert die zirkuläre Transformation im bayerisch- österreichischen Grenzraum mit einem ergebnisoffenen Bottom-Up-Ansatz. Im Gegensatz zu Top- Down Ansätzen, die vorgefertigte Lösungen wie digitale Tools entwickeln, richtet sich die CFI an die unbekannten Bedürfnisse von Unternehmen bei der Implementierung von Maßnahmen zur Stärkung der CE. Dabei nutzt sie die Expertise und das Erfahrungswissen zirkulärer Vorreiterunternehmen (Pioniere) aus materialintensiven Branchen.

In Workshops werden die Erfahrungen dieser Pioniere analysiert, bestehende und bestandene Herausforderungen sowie angewandte und erfolgreiche Strategien zur Überwindung dieser Herausforderungen identifiziert und daraus praxisnahe und handlungsorientierte zirkuläre Zukunftspfade für Unternehmen entwickelt. Neue Erkenntnisse werden mit den teilnehmenden Unternehmen validiert, um Kohärenz und Präzision sicherzustellen.

Die Grundlage für diese Analyse und Synthese bildet eine neu entwickelte Circular-Foresight-Methodik (CFM) - eine Kombination aus Szenarioanalysen und Corporate Foresight mit Fokus auf die Kreislaufwirtschaft. Die CFM wird an der TH Rosenheim entwickelt und im Rahmen von eigens durchgeführten Workshops angewandt. Ein Prototyp der Methodik existiert bereits, sie wurde im berufsbegleitenden Masterstudiengang CE explizit als Entwurf für dieses Projekt entwickelt.

Zielgruppe sind vor allem KMU mit Erfahrung, Know-How, Anwenderwissen und Erfahrung in Bezug auf die Umsetzung von Kreislaufwirtschaftsmaßnahmen. Für diese wird basierend auf dem entwickelten Verständnis unternehmens- und wertschöpfungskettenspezifische Zukunftspfade für die Kreislaufwirtschaft erarbeitet. Diese Erkenntnisse werden genutzt, um Angebote für kreislaufwirtschaftliche Einsteigerunternehmen zu unterstützen und konkrete Angebote für diese zu entwickeln.  

Für eine bessere Erreichung der Kernzielgruppe werden die CFM-Workshops in bestehende Veranstaltungsformate wie Messen oder Branchentreffen integriert. Die CFI unterstützt Unternehmen dabei, die grüne Transformation erfolgreich zu gestalten. Zentrales Ergebnis ist ein tiefgreifendes Verständnis der Bedürfnisse und Herausforderungen von Unternehmen sowie die Identifizierung der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche zirkuläre Transformation.

Der Kern des Projekts liegt im Aufbau eines strukturierten, grenzüberschreitenden Innovationsnetzwerks, das Wissen der kreislaufwirtschaftlichen Pioniere nutzt, um zirkuläre Zukunftsstrategien gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Clusterorganisationen zu entwickeln, die von KMU aus der Region angewandt werden können.

Projektpartner:

  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen mbH (LP), DE
  • TH Rosenheim, Fakultät für Chemische Technologie und Wirtschaft (Campus Burghausen), DE
  • Ressourcen Forum Austria, AT
  • Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
  • Trägerverein Umwelttechnologie-Cluster Bayern e.V.
  • Standortagentur Tirol GmbH
  • Innovation Salzburg GmbH 

Projektlaufzeit: 01.01.2026 - 30.06.2028
Gesamtbudget: 854.392,10 Euro 
Das Projekt erhält eine Kofinanzierung in Höhe von 640.794,07 Euro von der Europäischen Union im Rahmen des Interreg Bayern-Österreich Programmes.

www.circularforesight.com 

Kontaktpersonen:

Iris Reingruber, Projektmanagerin, Business Upper Austria
Iris Reingruber
Melanie Eggel, Projektmanagerin, Business Upper Austria
Melanie Eggel