Das Ende beginnt mit dem Anfang
Kreislaufwirtschaft beginnt beim Design, braucht grenzüberschreitenden Abfallhandel und Schulungen, KI-gestütztes Monitoring verlängert das Leben der Maschinen. Das sind die zentralen Ergebnisse des EU-Projekts „Plan-C – Moving PLastics and mAchine iNdustry towards Circularity“. Die 14 Partner aus neun Ländern der Donauregion haben sie in einem Aktionsplan zusammengefasst.
Zweieinhalb Jahre lang hat sich das internationale Projektkonsortium angeschaut, wie Kunststoff- und Maschinenbauindustrie Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette umsetzen können. Seit Juni liegen nun Leitfäden, Handbücher und ein transnationaler Aktionsplan mit Best-Practice-Beispielen vor. Der Aktionsplan richtet sich an Unternehmen, Cluster, Forschungseinrichtungen und politische Entscheidungsträger. Die Leitfäden, Handbücher und Best-Practice-Beispiele unterstützen Unternehmen dabei, zirkuläre Ansätze konkret anzugehen. Sie zeigen, wie sich Design und Produktion systematisch auf mehr Ressourceneffizienz ausrichten lassen.
Eine zentrale Erkenntnis aus dem Projekt: Die Weichen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft werden bereits in der Produkt-, Werkzeug- und Maschinenentwicklung gestellt. Konstruktion, Materialauswahl und Modularität entscheiden wesentlich darüber, ob Produkte und Anlagen später repariert, modernisiert oder recycelt werden können.
Das Projektteam empfiehlt daher modulare Maschinenkonzepte, standardisierte Komponenten und eine demontagegerechte Konstruktion. Dadurch lassen sich Verschleißteile einfacher austauschen, Maschinen modernisieren und hochwertige Komponenten wiederverwenden. Für Maschinen- und Werkzeugbauer eröffnen sich somit neue Chancen im Service, Refurbishment und Ersatzteilmanagement. Auch bei Spritzgießunternehmen schafft bereits die Auslegung von Werkzeugen und Bauteilen wesentliche Voraussetzungen für den Einsatz von Rezyklaten und eine spätere Wiederverwertung.
Ein weiterer Schwerpunkt von „Plan-C“ war die Digitalisierung von Produktionsprozessen. In Design Thinking Workshops entwickelten Unternehmen neue Ansätze für die ressourcenschonende Produktion und die Weiterverwertung von Kunststoffausschuss. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Großes Potenzial besitzen KI-gestützte Monitoring-Systeme und Predictive Maintenance. Intelligente Auswertung von Maschinendaten erkennt Verschleiß frühzeitig und reduziert so ungeplante Stillstände. Das erhöht die Anlagenverfügbarkeit und verlängert die Lebenszeit von Produktionsmaschinen.
„Plan-C“ verdeutlicht, dass Kreislaufwirtschaft weit über Recycling hinausgeht. Immer mehr Maschinenhersteller erweitern ihr Portfolio um Dienstleistungen entlang des gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen. Angebote zur Wartung, Modernisierung und zum Refurbishment benötigen enge Zusammenarbeit zwischen Maschinenherstellern und -betreibern. Durch das Aufbereiten und Wiederverwenden von Komponenten können Maschinen deutlich länger genutzt werden. Das reduziert den Ressourcenverbrauch und schafft zusätzliche Wertschöpfung im Servicegeschäft. Langlebige und nachrüstbare Anlagen stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Die Projektergebnisse wurden in Leitfäden, Strategien und einem transnationalen Aktionsplan gebündelt, der Ihr Unternehmen beim Umsetzen von Kreislaufwirtschaft unterstützt.
Projekttitel: Plan-C – Moving PLastics and mAchine iNdustry towards Circularity
Projektpartner: 14 Organisationen aus 9 Ländern (AT, RO, BIH, SRB, HU, CZ, MD, SK, DE)
Förderschiene: Interreg Danube Region
Laufzeit: Jänner 2024 bis Juni 2026
Budget: 2,2 Mio. Euro (davon 80 % gefördert)
Website: interreg-danube.eu/projects/plan-c