28.05.2020

„Digitaler Humanismus“ anlässlich des strategischen Programms #UPPERvision2030

«Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen» Chinesisches Sprichwort

PRÄAMBEL 

Die Wertschöpfungsbereiche der OÖ Wirtschaft werden immer stärker digitalisiert 
(digitale Produkte / Services). Eine hohe Akzeptanz dieser 
Digitalisierungsanwendungen bei den Menschen (Entwickler*innen und Nutzer*innen) 
wird entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu anderen 
Spitzenregionen sein.
Denn nur bei einer breiten Akzeptanz und Vertrauen der Gesellschaft in die 
Digitalisierung und in Künstliche Intelligenz (KI-) Anwendungen können wir als Region 
gemeinsam die großen Chancen der Digitalisierung nutzen.
Ziel muss es sein, die berechtigten Sorgen und Ängste auszuräumen, indem wir klare 
Regelwerke zum Digitalen Humanismus entwickeln.
Eine Führungsrolle der Oberösterreichischen Unternehmen bei der Anwendung des 
Digitalen Humanismus (Unterbegriffe: Ethische KI, Human-centered Technology) ist 
für ein nachhaltig wirtschaftlich erfolgreiches OÖ von entscheidender Bedeutung. 
Daher wollen wir als OÖ proaktiv den ethischen Diskurs führen und nicht andere 
Regionen über OÖ entscheiden lassen.

EMPFOHLENE MAßNAHMEN:

  • Bewusstsein / gemeinsames ethisches Verständnis schaffen
  • Standards müssen erforscht werden, gesellschaftlicher Diskurs dazu ist im Rahmen der Forschungsaktivitäten nötig
  • Methoden entwickeln, die diesem gemeinsamen ethischen Rahmen folgen
  • Zertifizierung für Einhaltung von ethischen Regeln oder Standards (NICHT: Regeln gegen etwas)
  • Zertifizierungsinstanz etablieren, die sich um die ethische Einhaltung kümmert – inkl. rechtlichem Rahmen
  • Forschung entsprechend in OÖ aufbauen und imagemäßig mit OÖ verknüpfen Themenführerschaft entwickeln, sodass OÖ bei Entwicklung zukünftiger Rahmenbedingungen als Expert*innen geholt werden
  • OÖ Forscher*innen / Unternehmen befähigen, sich für diese Rahmenbedingungen vorzubereiten
  • Start-Ups, die technologische Lösungen idS entwickeln, schaffen es oftmals nicht, über das erste Pilot- oder Forschungsprojekt hinweg oder das Business erfolgreich hoch zu skalieren, weil sie auf genau diese nicht gelösten Fragestellungen keine Antwort finden oder auf rechtliche Probleme stoßen.
  • Unterstützung für datengetriebene Unternehmen in ihrer Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen
  • Know-How den Start-Ups zur Verfügung stellen.

OÖ ALS MODELLREGION FÜR DIGITALER HUMANISMUS –
ERSTER MÖGLICHER SCHRITT:

  • Eine interdisziplinär zusammengesetzte Personengruppe könnte an einem Konzept für 
    OÖ weiterarbeiten und die Gründung eines Forschungskompetenzzentrums 
    vorbereiten. 
    Vorschlag für diese Personengruppe:
    Stephan Kubinger, IFN, RFT OÖ
    Margarethe Überwimmer, FH OÖ, RFT OÖ (KI und Management)
    Gerfried Stocker, AEC, RFT OÖ (KI und Kunst)
    Christian Federspiel, Cloudfight (ehem. Catalyst), RFT OÖ (KI und Technik)
    Iris Kohlführst, FH OÖ (Ethik)
    Sepp Hochreiter, JKU (KI)
    Robert Wille, SCCH (KI)
    Wilfried Enzenhofer, UAR Innovation Network (HC AI)
  • Gründung eines Forschungskompetenzzentrums in Zusammenarbeit zwischen FH OÖ 
    und JKU, an dem Wirtschaft und Industrie, AK (Zukunftsfond zum Wohle der 
    Mitarbeiter*innen) und Land OÖ beteiligt sind.


Ziele für OÖ könnten dabei sein:
• 100% technologie-affine Bürger*innen in OÖ bis 2030
• 100% Verstärkung der Technologiekompetenz in OÖ
• 100% mehr Umsetzer*innen, die das Handlungsfeld vorantreiben
• 100% Vertrauen in oö. Produkte und Services, die dem menschlichen Interesse 
gerecht werden, durch Veredelung des Rohstoffes „digitale Daten“

MÖGLICHE ERSTE ANWENDUNGSFORSCHUNG: „HUMANISTISCHE KAMERA“

Entwicklung einer gesellschaftlich akzeptierten, vertrauensvollen „Kamera“ für den 
Einsatz am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Bereichen zum Vorteil für die oö.
Gesellschaft und die oö. Wirtschaft. Dieses System könnten aus mehreren Kameras, 
Beschluss aus der 31. Ratssitzung am 28.05.2020 Seite 3 von 3
Sensoren und einem Prozessor bestehen. Die Analyse aus den gewonnen Daten 
könnte lokal erfolgen und nur ganz bestimmte Erkenntnisse werden weitergegeben.

Mögliche Aspekte: Gesundheit, (Arbeits-)Sicherheit, Schulung, Unterstützung, 
Ergonomie, generelle Anwendungsrecherche…. 

Mögliche Fragestellungen: Welche Daten werden lokal in der „Kamera“ verarbeitet? 
Welche können / dürfen an wen weitergegeben werden? Wie stellt man sicher, dass 
aus dem System nicht unbefugt Daten ausgelesen werden können? Welche
Anwendungen sind möglich und welchen Wert haben diese Anwendungen für 
unterschiedliche Stakeholder (für Mitarbeiter*innen, Kunden, …)? Welche ethischen 
Fragestellungen müssen diskutiert werden?

Ziel ist die breite gesellschaftliche Akzeptanz. Daher eine gemeinsame Entwicklung 
von Forschungseinrichtungen mit Wirtschaft/Industrie und Arbeiterkammer. 
Installation von Pilotanwendungen im öffentlichen Raum, um Vertrauen in der 
Bevölkerung aufzubauen.

VORZEIGEPROJEKTE ZUR INFO:

Dzt. wird ein Projekt JKU/AEC Richtung Human-centered Technology vorbereitet 
(Gerfried Stocker, AEC)

FFG KITKA – IHS/FHOÖ/Uni Salzburg/Ontec – Start 1.3.2020: Plattform für KI 
Anwendungen aus/für Österreich, die aus Perspektive Technologie, Wirtschaft, 
Gesellschaft und Ethik bewertet werden (Margarethe Überwimmer, FH OÖ)

ETHIK-HUBS IN EU

Aus Sicht der Task Force des RFT OÖ gibt es DIE tollen AI-Hubs noch nicht, die sich 
in interdisziplinären Teams mit KI und deren Anwendungen aus Technologie-, 
Wirtschafts- und Ethik-Sicht beschäftigen. Dies ist eine Chance für OÖ!

  • Data Science School Amsterdam: bei 12 Industrieprojekten bekommt man Master
  • Berlin – Entwickler*innen wollen eher weg aus Berlin
  • Portugal Lissabon
  • JKU – AI Studium ist einzigartig

Die Positionspapiere (Technikinitiativen, 4-Prozent F&E Quote, Human Resources, 
Internationalisierung, Awareness für F&E und Entrepreneurship) sowie auch die grundstrategischen 
Empfehlungen und alle weiteren Empfehlungen des RFT OÖ behalten weiterhin an Gültigkeit.
Insbesondere verweist der RFT OÖ auf die Empfehlung „Strategisches Programm #upperVISION2030“
2019/2020.