22.10.2025

Future Heat Highway

Industrielle Abwärme als Schlüssel zur Energiewende

Wo viel Industrie ist, entsteht auch viel Abwärme. Will man die Energiewende in Österreich voranbringen, braucht es Lösungen, um dieses Energiepotenzial nutzbar zu machen. Das Projekt „Future Heat Highway“ soll Strukturen schaffen, die bislang ungenutzte Abwärme systematisch erschließen und für eine nachhaltige Wärmeversorgung bereitstellen. Für starke Industrieregionen wie Oberösterreich ebnen derartige Projekte den Weg in eine klimafreundliche Zukunft.

Logo NEFI und Fernwärmeleitungen in einem Heizkraftwerk
Future Heat Highway © Getty Images/Wirestock via Canva pro

Meist liegt die Abwärme nicht dort oder zu dem Zeitpunkt vor, an dem sie benötigt wird. Deshalb braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur. Fernwärmeleitungen verbinden Quellen und Senken über größere Distanzen. Großwärmespeicher gleichen zeitliche Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage aus. Nur durch diese Kombination lässt sich industrielle Abwärme dauerhaft nutzen.

Integration neuer Wärmequellen

Das Projekt „Future Heat Highway“ setzt genau hier an – es erweitert regionale und überregionale Fernwärme-Transportleitungen. Ziel ist es, industrielle Abwärme langfristig zu nutzen und nachhaltige Wärme effizient bereitzustellen. Im Mittelpunkt stehen der Netzausbau, die Analyse künftiger Abwärmequellen sowie deren sinnvolle Einbindung. Besonders relevante Abwärmepotenziale sind Elektrolyse, Elektrolichtbogenöfen in der Stahlerzeugung und Biomasse. Großwärmespeicher, Sektorenkopplung, Wärmesenken und Elektrolyseanlagen bieten sich als mögliche Integrationsformen an. Auch das Verhalten der Prosumer und die Entwicklung der Wärmemärkte werden berücksichtigt.

In vier Pionierregionen sollen die vielversprechendsten Potenziale umgesetzt werden:

Oberösterreichischer Zentralraum (Linz):

  • Einbindung der voestalpine AG und LAT Nitrogen Austria GmbH unter Berücksichtigung technologischer Veränderungen
  • Ausbau und Verbindung bestehender Fernwärmenetze

Steiermark:

  • Verbindung der großen Abwärmequellen im Mur- und Mürztal mit dem Raum Graz
  • Integration saisonaler Speicherlösungen
  • Konzepte für Industry-to-Industry und Prosumer-Modelle

Salzkammergut und St. Pölten:

  • Erstellung eines Konzepts für eine regionale Fernwärmeverbindung
  • Bewertung der Abwärmeintegration im Vergleich zu alternativen Wärmequellen

Interaktive Workshops

Oberösterreichs Standortagentur Business Upper Austria organisiert im Projekt drei Workshops, die den Austausch mit relevanten Stakeholdern fördern und Wissen gezielt weitergeben sollen. 

„Dabei kommen kreative und interaktive Methoden wie LEGO Serious Play oder ERFA-Runden zum Einsatz, um neue Perspektiven zu eröffnen und praxisnahe Lösungen zu entwickeln“, erklärt Projektmanager Michael Grünwald.

Kurztitel: Future Heat Highway

Langtitel: Supra-regional DH networks to enable the industrial waste heat integration today and in a decarbonized future

Projektlaufzeit: 1. April 2025 bis 31. März 2028

Schwerpunktregionen: Zentralraum Linz, Steiermark, Salzkammergut und St. Pölten

Genehmigtes Budget: 4,6 Mio. Euro

Projektpartner:

  • Energieinstitut an der JKU Linz (Lead)
  • AEE INTEC
  • Allplan GmbH
  • Alois Haselbacher GmbH
  • Ars Electronica Linz GmbH & Co KG
  • Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
  • Ecker-Eckhofen Energie und Rohstoffe GmbH
  • ENAS Energietechnik und Anlagenbau GmbH
  • Energie AG Erzeugung GmbH
  • Energie Graz GmbH
  • Fernwärme St. Pölten GmbH
  • heinzelpaper – Laakirchen Papier AG
  • Holcim Österreich – Zementwerk Retznei
  • KELAG Energie & Wärme GmbH
  • Kremsmüller Anlagenbau GmbH
  • LAT Nitrogen Linz GmbH
  • Linz Strom Gas Wärme GmbH
  • m&m Haselbacher GmbH
  • MU Leoben – Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
  • Nahwärme Gleinstätten
  • OÖ Energiesparverband
  • Primetals Technologies Austria GmbH
  • RAG Austria AG
  • Ripa GmbH
  • S. Spitz GmbH
  • Sappi Austria
  • voestalpine Stahl Donawitz GmbH
  • voestalpine Stahl GmbH (Linz) 

  

Das FFG-Projekt wird im Rahmen des Klimafonds-Programms Transformation der Industrie gefördert.