Future Heat Highway
Industrielle Abwärme als Schlüssel zur Energiewende
Wo viel Industrie ist, entsteht auch viel Abwärme. Will man die Energiewende in Österreich voranbringen, braucht es Lösungen, um dieses Energiepotenzial nutzbar zu machen. Das Projekt „Future Heat Highway“ soll Strukturen schaffen, die bislang ungenutzte Abwärme systematisch erschließen und für eine nachhaltige Wärmeversorgung bereitstellen. Für starke Industrieregionen wie Oberösterreich ebnen derartige Projekte den Weg in eine klimafreundliche Zukunft.
Meist liegt die Abwärme nicht dort oder zu dem Zeitpunkt vor, an dem sie benötigt wird. Deshalb braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur. Fernwärmeleitungen verbinden Quellen und Senken über größere Distanzen. Großwärmespeicher gleichen zeitliche Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage aus. Nur durch diese Kombination lässt sich industrielle Abwärme dauerhaft nutzen.
Das Projekt „Future Heat Highway“ setzt genau hier an – es erweitert regionale und überregionale Fernwärme-Transportleitungen. Ziel ist es, industrielle Abwärme langfristig zu nutzen und nachhaltige Wärme effizient bereitzustellen. Im Mittelpunkt stehen der Netzausbau, die Analyse künftiger Abwärmequellen sowie deren sinnvolle Einbindung. Besonders relevante Abwärmepotenziale sind Elektrolyse, Elektrolichtbogenöfen in der Stahlerzeugung und Biomasse. Großwärmespeicher, Sektorenkopplung, Wärmesenken und Elektrolyseanlagen bieten sich als mögliche Integrationsformen an. Auch das Verhalten der Prosumer und die Entwicklung der Wärmemärkte werden berücksichtigt.
In vier Pionierregionen sollen die vielversprechendsten Potenziale umgesetzt werden:
Oberösterreichs Standortagentur Business Upper Austria organisiert im Projekt drei Workshops, die den Austausch mit relevanten Stakeholdern fördern und Wissen gezielt weitergeben sollen.
„Dabei kommen kreative und interaktive Methoden wie LEGO Serious Play oder ERFA-Runden zum Einsatz, um neue Perspektiven zu eröffnen und praxisnahe Lösungen zu entwickeln“, erklärt Projektmanager Michael Grünwald.
Kurztitel: Future Heat Highway
Langtitel: Supra-regional DH networks to enable the industrial waste heat integration today and in a decarbonized future
Projektlaufzeit: 1. April 2025 bis 31. März 2028
Schwerpunktregionen: Zentralraum Linz, Steiermark, Salzkammergut und St. Pölten
Genehmigtes Budget: 4,6 Mio. Euro
Das FFG-Projekt wird im Rahmen des Klimafonds-Programms Transformation der Industrie gefördert.