09.01.2026

IT-Unternehmertag 2025: Vernetzung, Visionen und klare Botschaften

Am 4. Dezember 2025 trafen sich IT-Unternehmer:innen im Haus der Wirtschaft in Linz. Organisiert vom IT-Cluster in Kooperation mit der UBIT/Wirtschaftskammer bot die Veranstaltung Raum für Austausch, Einordnung und klare Positionen. Im Fokus standen regulatorische Herausforderungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und die Rolle neuer Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

© Business Upper Austria
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Zum Auftakt betonte Markus Roth, Obmann der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, die strategische Bedeutung digitaler Souveränität für Europa. In seiner Begrüßung machte er deutlich, dass fehlende Positionierung langfristige Abhängigkeiten nach sich ziehen könne: „Wir müssen uns stark aufstellen, sonst sind wir irgendwann nur eine Kolonie von Asien und den USA.“ Roth verwies auf die wachsende Komplexität neuer europäischer Vorgaben wie den Cyber Resilience Act, NIS-2 und den AI Act. Diese Regelwerke stellen viele IT-Unternehmen vor erhebliche organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen. Gleichzeitig rief er dazu auf, die eigenen Anliegen aktiv in die Wirtschaftskammer einzubringen und den Schulterschluss innerhalb der Branche zu suchen. „Vernetzung ist wichtiger denn je. Wir erleben Umwälzungen, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben“, erklärte Roth.

Wirtschaft unter Druck, IT-Markt bleibt stabil

Einen nüchternen Blick auf die wirtschaftliche Lage warf Thomas Vorlaufer von PwC. Besonders die Energiepreise in Österreich, die im Vergleich zu den USA und China dreimal so hoch sind, seien ein massiver Wettbewerbsnachteil. Gleichzeitig zeigt sich der IT-Markt weiterhin robust. Global wird ein jährliches Wachstum von sieben bis acht Prozent erwartet. Europa hinkt jedoch vor allem bei Automatisierung, Künstlicher Intelligenz und beim Zugang zu Risikokapital hinterher. Vorlaufer brachte es auf den Punkt: „Digitalisierung und Automatisierung sind der Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit, trotz aller Herausforderungen.“

KI zwischen Effizienzgewinn und ernüchternder Realität

In der Podiumsdiskussion diskutierten Markus Häusler von GPS.at, Martina Schwarz von CAD+T und Nikolaus Dürk von X-Net die aktuellen Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz. Deutlich wurde, dass KI enormes Potenzial bietet, zugleich aber mit hohen Investitionskosten und steigendem Energiebedarf verbunden ist. Ein zentrales Anliegen war die Stärkung regionaler Wertschöpfung. Die Diskutierenden plädierten für europäische Lösungen und warnten vor einer zunehmenden Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern. Auch der Arbeitsmarkt wurde kritisch beleuchtet. Künstliche Intelligenz verändert Tätigkeitsprofile und Prozesse nachhaltig. Während mögliche Beschäftigungseffekte thematisiert wurden, bleibt der Fachkräftemangel eine konstante Herausforderung. Einigkeit bestand im Wunsch nach mehr Zusammenarbeit. Genannt wurden Plattformen zur gezielten Expertensuche sowie Initiativen für gemeinsame Projekte über Bundesländergrenzen hinweg.

World Café als Ideenschmiede

Im anschließenden World Café arbeiteten die Teilnehmenden zentrale Fragestellungen aus den Bereichen Strategie, Kooperation, Finanzierung, Markt und Regulierung heraus. Diese Themen bilden die Grundlage für weiterführende Arbeitsformate im aktuellen Jahr. Die Ergebnisse werden derzeit priorisiert und in konkrete Maßnahmen überführt.

Vernetzung als nächster Schritt

Der IT-Unternehmertag 2025 setzte einen klaren Impuls für die weitere Zusammenarbeit innerhalb der IT-Branche. Über das Online-Formular gibt es die Möglichkeit, Schwerpunkte zu priorisieren und sich aktiv in den weiteren Prozess einzubringen. Aufbauend darauf werden gezielte Angebote, Arbeitsformate und Veranstaltungen entwickelt sowie die Plattform für Kooperation und Expertensuche schrittweise ausgebaut. Ziel ist es, den begonnenen Dialog nachhaltig zu verankern und die Interessen der IT-Unternehmen gemeinsam voranzubringen. 
 

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