FOODSaverKids
Junge Mülldetektive forschen im Klassenzimmer
Tag für Tag landen wertvolle Lebensmittel im Müll – obwohl sie noch genießbar wären oder sinnvoll weiterverarbeitet werden könnten. Ein neues Bildungsprojekt aus dem Lebensmittel-Cluster Oberösterreich setzt genau hier an. „FOODSaverKids“ bringt Schule, Forschung und Betriebe zusammen und zeigt Kindern: Wissenschaft beginnt beim Jausenbrot.
Volksschulen und Mittelschulen aus Linz, Wels und dem Mühlviertel machen mit. Unterstützung kommt von der FH Oberösterreich, der Kunstuniversität Linz sowie von zwei Betrieben aus der Region – der Honeder Naturbackstube und Winkler Markt. Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel: Kinder und Jugendliche für Forschung, Nachhaltigkeit und innovative Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung zu begeistern.
Statt trockener Theorie steht praktisches Tun im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Fermentation, untersuchen Lebensmittelreste aus ihrem eigenen Schulalltag, dokumentieren Daten und werten sie aus. Experimente finden direkt im Klassenzimmer statt– vom Beobachten von Gärprozessen bis hin zu einfachen sensorischen Analysen.
„Wenn Kinder selbst Daten erheben und auswerten, wird Forschung greifbar und verliert ihren abstrakten Charakter“, betont Garbriele Wolkerstorfer vom Lebensmittel-Cluster.
Besonders beliebt: der sogenannte Bokashi Eimer. Jede Schule erhält ein Set samt Sensorik. Über Wochen verfolgen die Schülerinnen und Schüler, wie aus Lebensmittelresten durch anaerobe Fermentation wertvoller Dünger entsteht und lernen dabei ganz nebenbei, wie Kreislaufwirtschaft funktioniert. In weiteren Workshops wie „Das unsichtbare Leben der Lebensmittel“ beobachten Kinder mikrobiologische Prozesse. Durch das Mikroskop vergleichen sie Lebensmittel vor und nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum und erkennen dabei, dass abgelaufen nicht automatisch ungenießbar bedeutet.
Auch Betriebe öffnen ihre Türen. In der Honeder Naturbackstube sehen die Schülerinnen und Schüler, wie moderne Technologien helfen können, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Mithilfe digitaler Absatzprognosen wird der tägliche Bedarf in den Bäckereifilialen berechnet, um Überproduktion zu vermeiden. Nicht verkauftes Brot wird gemeinsam mit der FH Oberösterreich in einem innovativen Fermentationsprojekt weiterverwertet – etwa zu hochwertigem Futtermittel. Die Winkler Markt KG zeigt, wie der Handel mit überschüssigen Lebensmitteln umgeht. Einwandfreie Ware landet im hauseigenen Bistro statt im Müll. Dafür wurde der Betrieb 2025 mit dem Innovationspreis des Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet.
Damit Forschung nicht abstrakt bleibt, begleitet auch die Kunstuniversität Linz das Projekt. In Workshops übersetzen die Schülerinnen und Schüler ihre wissenschaftlichen Daten in Bilder, Installationen, Poster oder Ausstellungen. Das künstlerische Aufarbeiten hilft, komplexe Inhalte verständlich zu kommunizieren und macht Forschung erlebbar. Eine öffentliche Ausstellung zum Thema „Lebensmittel retten“ – gestaltet von den jungen Mülldetektiven selbst –trägt die Ergebnisse über die Schulen hinaus in die breite Öffentlichkeit.
„FOODSaverKids“ soll zeigen: Frühzeitige Bildungsarbeit schafft Bewusstsein für nachhaltigen Konsum.
„Wenn Kinder verstehen, was in ihren Jausenresten steckt, kann daraus mehr entstehen als Abfall – nämlich Wissen, Neugier und neue Ideen für die Zukunft“, ist Gabriele Wolkerstorfer überzeugt.
Talente-regional-Förderschiene der FFG
1. Mai 2026
129.667 Euro
Dieses Projekt wird aus Mitteln der Republik Österreich (Bund), vertreten durch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und der FFG gefördert. Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft. (www.ffg.at)