13.05.2026

Leichtbau: Österreichs Stärkefeld bekommt ein Update

Vom Werkstoff zur Wettbewerbsfrage: Die österreichische Leichtbauplattform A2LT präsentiert ihr neues Positionspapier – und stellt Weichen für Industrie, Klima und Standortpolitik. Das Ziel im Fokus: Österreichs Technologieführerschaft im Leichtbau weiter stärken.

Schräg dargestelltes Titelblatt des A2LT Positionspapiers auf dunklem Hintergrund
A2LT Positionspapier © iStock/Rosel/Eckstein/pixelio.de

Leichtbau war lange der Hidden Champion der Industrie. Jetzt wird er zur strategischen Zukunftsfrage. Mit ihrem neuen Positionspapier zeigt die österreichische Leichtbauplattform A2LT (Austrian Advanced Lightweight Technology), wie Österreich seine internationale Technologieführerschaft ausbauen, Wertschöpfung sichern und Klimaziele erreichen kann – entschlossener, breiter und vernetzter als bisher.

Bedeutender Wirtschaftsfaktor

Leichtbau ist schon lange ein Stärkefeld in Österreich. Er erwirtschaftet rund 20 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung, sichert mehr als 180.000 Arbeitsplätze und ist Schlüsseltechnologie für Mobilität, Energie, Bau sowie Luft- und Raumfahrt. Genau diese Bedeutung spiegelt das neue Positionspapier wider – mit sechs Handlungsfeldern, die Industriepolitik, Forschung, Bildung, Klima und Europa zusammendenken.

Strategische Schlüsseltechnologie

„Leichtbau ist einerseits eine Querschnittstechnologie, die viele unterschiedliche Disziplinen umfasst, andererseits selbst auch ein Gamechanger in vielen Industriebereichen. Diese branchenübergreifende Bedeutung spiegelt sich auch in der österreichischen Industriestrategie wider, die dieses Thema in mehreren Schlüsseltechnologien, vor allem bei Advanced Materials sowie Mobilitäts-, Weltraum- und Luftfahrttechnologien verankert hat“, betont Robert Machtlinger, CEO des Innviertler Luftfahrtzulieferers FACC. 

Die Industriestrategie des Bundes ist daher auch in das neue Positionspapier eingeflossen.

Bildung neu verankert

Das neue Positionspapier geht deutlich über seinen Vorgänger hinaus. Es definiert weiter sechs Handlungsfelder, macht aber neue Vorschläge. Aus drei Handlungsfeldern zu Forschung und Entwicklung sind zwei geworden. Bildung wird erstmals als eigenes Handlungsfeld verankert – von Lehre und HTL über Hochschulen bis zur inner- und überbetrieblichen Weiterbildung. Ziel ist, Kompetenzlücken zu schließen und Fachkräfte systematisch aufzubauen.

Internationale Vernetzung

Neu ist vor allem der strategische Anspruch: A2LT fordert eine eigene europäische Leichtbaustrategie und positioniert Leichtbau klar als resilienzrelevante Schlüsseltechnologie für Europa. 

„Leichtbau kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Produktionsstandortes Österreich und Europa leisten. Daher sollte er auf europäischer Ebene mit einer europäischen Leichtbaustrategie verankert werden“, meint Stefan Seidel, A2LT-Plattformsprecher und CTO bei Pankl Racing Systems. 

A2LT fordert eine stärkere internationale Vernetzung, vor allem den Ausbau des ELN – European Lightweighting Network und der European Lightweight Cluster Alliance (ELCA). Die Beteiligung an Forschungsprogrammen wie Horizon Europe oder EUREKA soll forciert werden.

Forschung fördern

Dazu kommen konkrete Instrumente: ein eigenes thematisches Förderprogramm Leichtbau und die stärkere Nutzung von COMET Zentren sowie der Christian Doppler Gesellschaft für den Technologietransfer. Leichtbau als Schlüsseltechnologie für das Erreichen der Klimaziele und Forcieren von Kreislaufwirtschaft rückt stärker in den Fokus. Das Positionspapier fordert Förderung für die Entwicklung kreislauffähiger Materialien sowie Demonstratoren und Pilotanlagen für kreislauffähige Leichtbaulösungen.

„Die enorme Leichtbaukompetenz in der heimischen Industrie und Forschung ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Dieser muss vor allem durch verstärkte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Bildung weiter ausgebaut werden“, bringt es Christian Dipolt, Geschäftsführer der RÜBIG Gruppe, auf den Punkt.

Vom Erfolgsfaktor zur Standortstrategie

Josef Schachner-Nedherer ist bei der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria für die Leichtbauplattform A2LT verantwortlich. Für ihn ist die Botschaft eindeutig: 

„Leichtbau verbindet Wirtschaft, Klima und Technologie. Wer Material, Gewicht und Energie spart, stärkt Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zugleich. Mit klaren Forderungen, neuen Schwerpunkten und einem europäischen Blick setzt A2LT damit einen starken Impuls – und macht Leichtbau vom Erfolgsfaktor zur Standortstrategie.“

Hier finden Sie das gesamte Positionspapier samt Executive Summary.

Download Positionspapier


A2LT – Austrian Advanced Lightweight Technology

Die Plattform A2LT vernetzt die Leichtbaukompetenzen der österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Branchen- und werkstoffunabhängig entstehen so durch Kooperationen Innovationen, die das Potenzial der einzelnen Mitglieder übersteigen. Die Plattform ist eine gemeinsame Initiative des Automobil-Clusters, Kunststoff-Clusters, Mechatronik-Clusters, der sparte.industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich sowie des ACstyria.

www.a2lt.at 

Kontaktpersonen:

Josef Schachner-Nedherer, Projektmanager Automobil-Cluster, Business Upper Austria
Josef Schachner-Nedherer