03.04.2026

Materials Day: Neue Werkstoffe für die Mobilität der Zukunft

Der Materials Day hat am 25. März 2026 erstmals Fachleute aus Industrie und Forschung am Red Bull Ring versammelt. ACstyria und die österreichische Leichtbauplattform A2LT haben die Veranstaltung organisiert. Mehr als 270 Teilnehmende aus 15 Nationen haben sich getroffen, 27 Aussteller haben ihre Entwicklungen präsentiert. Fazit: innovative Materialien sind die zentralen Hebel für die Transformation der Mobilität.

A2LT und ACstyria luden zum Materials Day nach Spielberg. © Business Upper Austria
A2LT und ACstyria luden zum Materials Day nach Spielberg. © Business Upper Austria

A2LT als Impulsgeber

Die Leichtbauplattform hat als Co-Organisatorin eine zentrale Rolle gespielt. Im Fokus stand nicht nur der Leichtbau, sondern auch „Advanced Materials“ und Kreislaufwirtschaft. A2LT-Sprecher Stefan Seidel, CTO von Pankl Racing, untermauerte die Bedeutung der inhaltlichen Erweiterung: „Leichtbau ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Wenn wir in Österreich weiterhin Technologievorreiter bleiben wollen, müssen wir Materialinnovationen schneller in die Anwendung bringen – genau dafür bot der Materials Day die ideale Plattform.“

Advanced Materials als Schlüsseltechnologie

Die Vorträge machten klar: Moderne Materialien beschleunigen die Transformation der Mobilität. Advanced Materials gelten als Schlüsseltechnologie – das spiegelt auch die Ausschreibung des BMIMI „Nationale Vernetzungsplattformen 2026: Schlüsseltechnologien“ wider. Advanced Materials gehören dort zu den Schwerpunkten. Ein roter Faden zog sich durch das Programm: „Nur ein Zusammenspiel aus Materialentwicklung, Prozessinnovation und zirkulären Konzepten führt zu tatsächlicher Transformation“, erklärt Stefan Hopfer, Projektmanager im Automobil-Cluster (AC).

Nachhaltige Lösungen

Gewicht sparen allein reicht nicht mehr. Forscherteams entwickeln Werkstoffe und Produkte, die sich reparieren und zerlegen sowie wiederverwenden lassen. Unternehmen und Forschungseinrichtungen wollen Werkstoffe schneller einsetzen und den Materialmix reduzieren. Digitalisierung hilft dabei, Materialien über den gesamten Lebenszyklus zu verfolgen. Seidel bekräftigte: „Bei Pankl sehen wir täglich, wie entscheidend innovative Werkstoffe für Performance, Effizienz und Nachhaltigkeit sind. Das Potenzial ist enorm, wenn wir Forschung, Industrie und neue Wertschöpfungspartner enger vernetzen.“

Neue Maßstäbe

Hopfer ergänzt: „Leichtbau wird zunehmend ganzheitlich gedacht. Material-, Prozess- und Recyclinganforderungen müssen als Gesamtsystem optimiert werden. Nachhaltige, leichte und zunehmend biobasierte Materialien setzen neue Maßstäbe. Sie ersetzen Schritt für Schritt konventionelle Werkstoffe und ermöglichen gleichzeitig effizientere, modernisierte Produktionsprozesse.“ Neue Leichtbaukonzepte und moderne Fertigungstechnologien – von innovativen Füge- und Produktionstechniken bis hin zur additiven Fertigung – sind entscheidende Hebel für mehr Effizienz und eine nachhaltige CO₂-Reduktion in industriellen Anwendungen.

Neue Wege in der additiven Fertigung

Stephan Ucsnik, stellvertretender Geschäftsführer des Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen (LKR) berichtete über die Zukunft der drahtbasierten additiven Fertigung. „Wire based Additive Manufacturing wird in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle spielen. Mit dieser Technologie können wir komplexe Metallstrukturen herstellen, die gleichzeitig leichter, ressourcenschonender und funktionaler sind. Mit ihr können wir auch flexibel auf Fertigungsbedürfnisse reagieren“, erklärte der Experte. Entwicklung, Vortests und Markteinführung gehen damit schneller.

Nachhaltigkeit und Innovation

Die große Stärke des drahtbasierten 3D Metalldrucks liegt in seiner industriellen Skalierbarkeit. Der Prozess verbindet schnelle Fertigung mit hoher Material  und Kosteneffizienz. „Genau das, was wir im Leichtbau, im Mobilitätssektor und in sicherheitskritischen Bereichen brauchen“, unterstrich Ucsnik. Additive Fertigung sei einer der Hebel für Kreislaufwirtschaft im Metallbereich. „Wenn wir Material nur dort einsetzen, wo es strukturell wirklich gebraucht wird, entstehen neue Möglichkeiten für nachhaltige Leichtbaukonzepte“, ist er überzeugt.

Europa muss zusammenarbeiten

In der Podiumsrunde haben Vertreter:innen aus Politik, Forschung und Industrie betont, dass Europa in der Werkstoff- und Leichtbautechnik enger kooperieren muss. Nationale Plattformen wie die A2LT, Clusterorganisationen und internationale Netzwerke wie ELCA und ELN spielen eine wichtige Rolle dabei, Europas Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Internationalisierung ist also ein Erfolgsfaktor. Hohe Kosten und Bürokratie bremsen weiterhin in vielen Ländern. Auffallend war für den Automobil-Cluster-Manager Philipp Pichler, wie schnell Lightweighting Innovationen im Verteidigungssektor an Bedeutung gewinnen: „Man konnte deutlich einen Wandel erkennen: Akteure aus eher traditionellen Branchen beginnen, diesen Markt sowohl aus technologischer als auch aus strategischer Perspektive zu erkunden.“

Starke Partner

Die enge Kooperation zwischen dem oberösterreichischen Automobil-Cluster, ACstyria und A2LT hat den Materials Day geprägt. Nicht nur Oberösterreich und die Steiermark, sondern ganz Österreich hat seine Stärken präsentiert. ACstyria-Geschäftsführerin Christa Zengerer resümiert: „Mit dem Materials Day schaffen wir eine Plattform, auf der sich Forschung, Industrie sowie Anwender austauschen – über Werkstoffe, Technologien und Geschäftsmodelle, die den Wandel zu nachhaltiger Mobilität und resilienten Wertschöpfungsketten ermöglichen.“

Leichtbauplattform schafft Mehrwert

Die österreichische Leichtbauplattform A2LT bündelt Kompetenzen, verbindet Forschung und Industrie und setzt Impulse für ganz Österreich. Stephan Ucsnik vom LKR brachte diesen Mehrwert auf den Punkt: „Als langjähriger Partner der A2LT profitieren wir enorm vom offenen Austausch. Dadurch überführen wir neue Technologien schneller in reale Anwendungen.“ Stefan Hopfer verdeutlichte den Auftrag der Plattform: „Wir bündeln die Kräfte der Leichtbau Community. Wir setzen Impulse, ermöglichen Kooperationen und unterstützen die Branche bei Transformationsthemen wie Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft.“ Für A2LT-Sprecher Stefan Seidel markierte der Materials Day einen strategischen Schritt und die gestaltende Rolle für Advanced Materials im Leichtbau: „Der Materials Day bewies, wie stark Österreich ist, wenn wir gemeinsam denken und arbeiten. Die Qualität der Beiträge und Aussteller bestätigte, dass wir bei Hightech Materialien und Leichtbau international absolut konkurrenzfähig sind.“

A2LT – Austrian Advanced Lightweight Technology

Die Plattform A2LT vernetzt die Leichtbaukompetenzen der österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Branchen- und werkstoffunabhängig entstehen so durch Kooperationen Innovationen, die das Potenzial der einzelnen Mitglieder übersteigen.
www.a2lt.at

Kontaktpersonen:

Stefan Hopfer, Projektmanager Automobil-Cluster, Business Upper Austria
Stefan Hopfer
Projektmanager

Effiziente & nachhaltige Prozesse, Leichtbau

stefan.hopfer(at)biz-up.at