06.11.2025

Mechatronik als Jobmotor

Das Internationale Forum Mechatronik 2025 machte Graz Ende September für zwei Tage zur internationalen Schaltzentrale für Mechatronik-Innovationen. 400 Fachleute informierten und vernetzten sich zu Trends und Entwicklungen. Und räumten mit dem Mythos vom Jobkiller Automatisierung auf. Fazit: Technologien sind vorhanden, wir müssen sie nur nutzen.

IFM Speaker
© Studio Lou - Lukas Elsneg

Erstmals war AT STYRIA, die steirische Plattform für Automatisierungstechnik, die Gastgeberin. Das 17. Internationale Forum Mechatronik stand unter dem Motto „Innovating Tomorrow – Erfolgsfaktor Mechatronik“. In den Grazer Räumlichkeiten der Wirtschaftskammer Steiermark ging es um Mechatronik, Digitalisierung, KI, Automation und Robotik sowie Produktion der Zukunft. Der erste Kongresstag war geprägt von spannenden Keynotes, praxisnahen Use Cases und einem starken Fokus auf Bildung, Wissenschaft und den Nachwuchs.

Mechatronik als Zukunftsbranche 

Klare Botschaft von AT STYRIA Vorsitzenden Herbert Ritter und Ewald Verhounig, Leiter des Instituts für Standort und Wirtschaft: „Das neue Stärkefeld Smart Production ist ein Jobmotor. Die Automatisierung ist nicht nur in der Steiermark eine der am schnellsten wachsenden Branchen.“ Gerade ländliche Regionen würden davon profitieren. „Vom Jobkiller Robotik kann keine Rede sein. Genau das Gegenteil ist der Fall“, betonte Ritter. Eine Studie von Verhounig untermauerte den Trend. Statt Arbeitskräfte zu ersetzen, entstehen durch Smart-Production neue Berufsbilder: Systemwartung, Datenanalyse, Robotik-Programmierung und Prozessmanagement. Die Transformation schafft Jobs, die es vorher gar nicht gab.

Investition trotz Kostendruck 

Siemens Mobility in Graz-Eggenberg ist der beste Beweis dafür. Der Leitbetrieb fertigt Komponenten für nachhaltigen Schienenverkehr und hat in den vergangenen Jahren Millionen in modernste Produktionslösungen investiert. „Wir stehen unter enormem Druck. Die Automatisierung ist ein wesentlicher Hebel, um hier wieder Boden gut zu machen“, sagte Standortleiter Stefan Erlach. Siemens Mobiloty investiert gerade 45 Millionen Euro in einen neuen Standort in Fürstenfeld mit 100 neuen Arbeitsplätzen.

Smart Production im Fokus 

Auch AVL setzt auf smarte Produktion. Strategiechef Georg List schilderte: „Wir sind hauptsächlich in der Entwicklung tätig und die schnelle Überführung von entwickelten Produkten in die Industrialisierung ist unser Job. Dort werden sich mehr Arbeitsplätze ergeben. Das heißt aber auch: andere Anforderungen an die Disziplinen, an die Kompetenzen, an Teamwork und an die Werkzeuge.“ Herbert Brunner, steirischer Landesinnungsmeister der Mechatroniker, betonte: „Mechatronik ist die Zukunftsbranche schlechthin. Die Berufsaussichten sind sehr gut. 85 Prozent der Lehrlinge haben nach dem Lehrabschluss eine fixe Position im ausbildenden Unternehmen.“ 

Forschung trifft Praxis 

Horst Bischof, Rektor der Technischen Universität Graz, startete den zweiten Tag mit pointierten Einblicken in die Mythen rund um künstliche Intelligenz. Die TU präsentierte die smartfactory@tugraz als Lern- und Forschungsfabrik, wo modernste Fertigungstechnologien unter realen Bedingungen erprobt werden. Das Smart Production Lab der FH JOANNEUM in Kapfenberg konzentriert sich auf angewandte Forschung. Silicon Austria Labs (SAL) in Graz erforscht Schlüsseltechnologien für Industrie 4.0, Internet der Dinge und künstliche Intelligenz. In den Parallel-Sessions ging es um praxisorientierte Company Keynotes sowie Best Practice Use Cases. Konkrete Lösungen zeigten, wie Technik und unternehmerische Umsetzung ineinandergreifen.

Dank an die Mitwirkenden

Aus dem Mechatronik-Cluster als Aussteller oder Vortragende mit dabei waren folgende Partnerunternehmen: ABB, Siemens, Zühlke Group, Rockwell Automation, Neuron Soundware, Hilscher Austria GmbH, PROFACTOR, SCCH Software Competence Center Hagenberg, RISC Software GmbH, FAULHABER Drive Systems, Linz Center of Mechatronics GmbH, Peneder Gruppe, Universal Robots, DEWETRON, Lenze, Selmo

Kontaktpersonen:

Elmar Paireder, Cluster-Manager Mechatronik-Cluster, Business Upper Austria
Elmar Paireder
Cluster-Manager

Intelligent Production

elmar.paireder(at)biz-up.at