Mehr Köpfe – mehr Wumms für den Leichtbau
Vier neue Köpfe, mehr Branchenwissen, erstmals eine Frau: Die Österreichische Leichtbauplattform A2LT stellt ihren Beirat breiter auf. Sechs Expert:innen aus Industrie und Forschung sollen künftig dabei helfen, neue Technologien schneller in die Praxis zu bringen und den Leichtbau-Standort Österreich zu stärken.
Wenn ein Bauteil leichter wird, steckt dahinter weit mehr als nur weniger Material. Neue Werkstoffe, digitale Entwicklung, Forschung, Fertigung und Marktkenntnis greifen ineinander. Genau deshalb stellt sich die Österreichische Leichtbauplattform A2LT nun neu auf. Der Beirat wächst von vier auf sechs Mitglieder. Vier der sechs Beirät:innen sind neu. Erstmals sitzt mit Carina Schlögl, stellvertretende Geschäftsführerin des LKR Leichtmetallkompetenzzentrums Ranshofen – einer Tochtergesellschaft des AIT Austrian Institute of Technology, auch eine Frau im Gremium. Gemeinsam mit den bisherigen Beiräten Stefan Seidel von Pankl Racing und Robert Machtlinger von FACC soll das Team die Plattform künftig breiter und noch näher an den Herausforderungen der Branche ausrichten.
Für Stefan Seidel, CTO von Pankl Racing und Sprecher des Beirats, kommt der Schritt zum richtigen Zeitpunkt. „Das Ausscheiden von Karl Radlmayr, bei dem ich mich auf diesem Weg herzlich für sein Engagement und seine aktive Teilnahme bedanke, aber auch die erfolgreiche Platzierung des Leichtbaus als eine der Schlüsseltechnologien durch die Bundesregierung, waren ein guter Zeitpunkt, den Beirat neu aufzustellen und vor allem zu erweitern.“ Warum die Erweiterung gerade jetzt wichtig ist, erklärt Seidel so: „Leichtbau ist so multidisziplinär, dass es wichtig ist, viele Technologien, aber auch unterschiedliche Teile der Wertschöpfungskette, von der Forschung über die Auslegung bis hin zur Produktion und Vermarktung, mit einzubeziehen.“
Seidel ergänzt: „Genau das erwarten wir uns auch von der Erweiterung des Beirats: dass wir Leichtbau noch breiter denken und die positiven Wirtschaftsimpulse, die sich durch Leichtbau ergeben, in noch weiteren Branchen nutzen können.“ Auch Robert Machtlinger, CEO von FACC, sieht in der Industriestrategie des Bundes ein klares Signal: „Das Thema Leichtbau ist für die österreichische Industrie ein Gamechanger. Die Industriestrategie hat das Thema in mehreren Schlüsseltechnologien, vor allem bei Advanced Materials sowie Mobilitäts-, Weltraum- und Luftfahrttechnologien verankert. Mit dem neuen und breiter aufgestellten A2LT-Beirat tragen wir dem Rechnung. Insbesondere wird der Aspekt der branchenübergreifenden Forschung noch stärker betont.“
Der neue Beirat vereint Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dem Gremium gehören an: Stefan Seidel, CTO Pankl Racing und Beiratssprecher, Robert Machtlinger, CEO FACC, Christian Dipolt, Geschäftsführer der RÜBIG Gruppe, Christopher Wiednig, Senior Vice President Research & Development der voestalpine Metal Forming GmbH, Martin Schwab, Geschäftsführer der 4a engineering GmbH, sowie Carina Schlögl, stellvertretende Geschäftsführerin des LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen. Jeder und jede von ihnen bringt einen eigenen Zugang zur Zukunft des Leichtbaus mit.
Für Christian Dipolt von der RÜBIG Gruppe zählt vor allem, dass Leichtbau in der Praxis funktioniert. „Leichtbau muss in der industriellen Anwendung technisch und wirtschaftlich funktionieren. Ein leichteres Bauteil bringt wenig, wenn Lebensdauer, Verschleißbeständigkeit oder Herstellkosten nicht passen.“ Er will Themen wie neue Werkstoffe, ressourceneffiziente Verfahren, Wärmebehandlung und Oberflächentechnik vorantreiben. „Entscheidend ist die richtige Kombination aus Werkstoff, Auslegung, Fertigung und Oberflächenbehandlung, um Ressourcen zu sparen und gleichzeitig hohe Anforderungen an Festigkeit, Verschleißbeständigkeit und Lebensdauer zu erfüllen.“
Für Christopher Wiednig von der voestalpine ist Leichtbau weit mehr als ein Technologiethema: „Leichtbau ist ein wesentlicher Enabler für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.“ Deshalb engagiert er sich im Beirat: „Im A2LT-Beirat möchte ich meine Erfahrung aus Forschung und Innovation einbringen und die Zukunft des Industriestandorts Österreich aktiv mitgestalten.“ Sein Schwerpunkt liegt auf innovativen Werkstoffen, nachhaltigen Fertigungstechnologien und dem Schulterschluss zwischen Forschung und Industrie. „A2LT bringt Akteure aus Industrie und Forschung zusammen. Dieses Netzwerk beschleunigt Innovationen und stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Leichtbaustandorts Österreich.“
Martin Schwab von 4a engineering treibt die digitale Seite des Leichtbaus voran. „Leichtbau der nächsten Generation entsteht nicht mehr allein im Versuchslabor, sondern in der engen Verzahnung von realen Tests und virtueller Produktentwicklung.“ Seine Überzeugung: „Die Zukunft des Leichtbaus wird virtuell entwickelt und real validiert.“ Carina Schlögl bringt die Forschungsperspektive in den Beirat ein. Sie will Forschung rascher in die industrielle Anwendung bringen und die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette stärken. „Forschung erzeugt erst dann echten Mehrwert, wenn sie rasch in marktfähige Innovationen umgesetzt wird. Dafür müssen die richtigen Partner frühzeitig miteinander vernetzt werden. Genau hierin sehe ich meinen Beitrag im Beirat.“
Die vier neuen Beirät:innen eint ein Gedanke: Sie wollen Wissen teilen, Partner zusammenbringen und neue Projekte anstoßen. „Leichtbau ist ein interdisziplinäres Thema. Werkstoffhersteller, Konstruktion, Simulation, Fertigung, Oberflächentechnik, Forschung und Anwender müssen zusammenarbeiten“, sagt Christian Dipolt. „Genau dafür ist A2LT wichtig.“ Für Carina Schlögl schafft A2LT die Grundlage für erfolgreiche Innovationen: „A2LT bringt die entscheidenden Akteure der Leichtbaubranche an einen Tisch.“
Auch Martin Schwab setzt auf den Austausch: „A2LT vernetzt die entscheidenden Akteure aus Forschung und Industrie und schafft damit die Grundlage, neue Technologien schneller in die Anwendung zu bringen.“ Und Christopher Wiednig betont: „Das A2LT-Netzwerk bietet Zugang zu starken Forschungspartnern und wertvolle Impulse für Innovationen. Davon profitieren sowohl unsere Unternehmen als auch unsere Kunden.“
Für die beiden bisherigen Beiräte ist die Erweiterung daher weit mehr als eine personelle Veränderung. Sie soll dazu beitragen, Leichtbau breiter zu denken, neue Branchen einzubinden und die wirtschaftlichen Chancen der Technologie stärker zu nutzen. Gerade in Zeiten internationalen Wettbewerbs brauche der Standort Österreich Innovation und Technologie, um erfolgreich zu bleiben. Die A2LT ist jene Bühne, auf der Forschung und Industrie zusammenfinden. Mit dem neuen Beirat soll dieser Schulterschluss künftig noch stärker wirken.