AMRT – Additive Manufacturing Repair & Training
Reparieren statt ersetzen
Geopolitische Spannungen können rasch zu Engpässen bei Rohstoffen führen. Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen – insbesondere auch Metallen – wird daher immer wichtiger. Reparieren statt neu zu produzieren hilft, den Rohstoffverbrauch zu senken. Ein möglicher Ansatz ist additive Fertigung. Im Projekt AMRT bündeln Forschung und Unternehmen aus Bayern und Österreich ihr Know-how, um Laser-AM-Verfahren für den industriellen Reparatureinsatz fit zu machen.
Beim Reparieren von Bauteilen stoßen herkömmliche Methoden oft an ihre Grenzen, da sie mehr Material abtragen als nötig und außerdem viel Zeit kosten. Additive Fertigung (AM) bietet eine vielversprechende Alternative. Sie erlaubt das Fertigen komplexer Teile mit minimalem Materialeinsatz. Gerade für die Reparatur metallischer Bauteile eröffnet diese Technik neue Chancen.
International wächst das Interesse an diesem Verfahren deutlich. In der Grenzregion Bayern-Österreich fehlt jedoch noch die breite Praxis, vor allem in kleinen und mittleren Betrieben. Gründe dafür sind einerseits der Mangel an qualifiziertem Personal und andererseits der begrenzte Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft. Zudem ist Instandhaltung für viele produzierende Firmen keine Kernaufgabe. Die Folge: lange Stillstände, ineffiziente Reparaturen und hohe Kosten für Ersatzteile.
Hier setzt das grenzüberschreitende Projekt AMRT an. Die Fachhochschule Oberösterreich in Wels und die Technische Hochschule Rosenheim bündeln ihre Kompetenzen und arbeiten eng mit Unternehmen aus den beiden Regionen zusammen. Ziel ist es, Know-how zur AM-basierten Reparatur aufzubereiten, praxisnahe Schulungsangebote zu entwickeln und die Technologie für den industriellen Alltag nutzbar zu machen.
„Reparatur heißt in diesem Fall, geometrische und werkstoffliche Defekte im Bauteil zu identifizieren, diese zu entfernen und anschließend mittels additiver Fertigung neues Material aufzutragen“,
erklärt Fabian Riß von der TH Rosenheim. Er fokussiert sich mit seinem Team auf drahtbasiertes Laserauftragsschweißen, parallel dazu forscht die FH Oberösterreich am pulverbasierten Laserauftragsschweißen. Beide Partner bewerten Prozesse gemeinsam und passen sie für den industriellen Einsatz an. Das Ziel: reparieren mit weniger Material, kürzerer Dauer und tragbaren Kosten.
„Durch das Arbeiten an zwei unterschiedlichen Verfahren können wir praxisnahe Lösungen für verschiedene Bauteile mit individuellen Anforderungen entwickeln“,
sagt Aziz Huskic von der FH Oberösterreich.
Zusätzlich entwickeln die Projektpartner Lernformate, die reale Anwendungen zeigen und Fachkräfte befähigen, moderne Fertigungstechnologien sicher und effizient einzusetzen.
„Diese Angebote laufen grenzüberschreitend – das soll sicherstellen, dass die Technologien breitflächig angewendet werden. Langfristig stärkt das die Wettbewerbsfähigkeit der ansässigen Unternehmen und schafft qualifizierte Jobs in der gesamten Region“,
betont Veronika Miron vom Kunststoff-Cluster, der das Projekt begleitet. Die Projektmanagerin ergänzt:
„Wir vernetzen die beteiligten Forschungsteams mit österreichischen Betrieben und stellen sicher, dass die entwickelten Lösungen rasch in der Praxis ankommen.“
01.01.2026 bis 31.12.2027