04.12.2025

greenPLAST-food

Sicher verpackt: lebensmitteltaugliche Rezyklate im Fokus

Bis 2030 sollen Verpackungen sicherer, nachhaltiger und recyclingfähiger werden – so schreibt es die EU vor. Doch für Polyolefine wie PE und PP fehlen bislang zugelassene Recyclingverfahren, die die erforderliche Lebensmittelsicherheit gewährleisten. Das kürzlich gestartete Projekt „greenPLAST-food“ setzt genau hier an: Es will energieeffiziente Prozesse, KI-gestützte Sortiertechnologien und innovative Dekontaminationsverfahren entwickeln, um hochwertige Rezyklate für den Einsatz in Lebensmittelverpackungen bereitzustellen. Ziel ist eine skalierbare Modellfabrik, die als Vorlage für künftige Recyclinganlagen dienen soll.

Logo FFG und BMIMI Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur und ein Bild von Lebensmittelverpackungen
Innovation für das Recycling von Lebensmittelverpackung © iStock/sorapol1150

Rezyklate in Lebensmittelkontaktmaterialien unterliegen strengen Standards. Während sich für Polyethylenterephthalat (PET) – das Standardmaterial für Getränkeflaschen – bereits ein funktionierender Recyclingkreislauf etabliert hat, fehlen für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) bislang durch die EFSA (European Food Safety Authority) zugelassene Verfahren. Das wollen die Projektpartner ändern.

Neue Ansätze für bessere Sortierung

Sie wollen bestehende Recyclingtechnologien für PE- und PP-Abfallströme so weiterentwickeln, dass daraus lebensmitteltaugliche Materialien entstehen. Dafür arbeiten mehrere Projektgruppen an unterschiedlichen Maßnahmen: 

„Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit einem intelligenten Sortiersystem, das mithilfe künstlicher Intelligenz den Prozess automatisiert und dadurch die Effizienz und Genauigkeit deutlich steigert. Ein weiterer Teil des Projektteams arbeitet daran, die Energieeffizienz von Recyclingprozessen zu optimieren – unter anderem durch Wärmeintegration und den Einsatz erneuerbarer Energien“, erklärt Projektleiter Jörg Fischer vom Institut für Polymeric Materials and Testing der JKU Linz.

Modell für nachhaltige Recyclingfabriken

Weitere Schwerpunkte sind die Analyse des Verschmutzungsgrades von Kunststoffverpackungsabfällen vor und nach dem Recycling sowie die Entwicklung von Dekontaminationsverfahren, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Abschließend ist ein Konzept für eine nachhaltige Recyclingfabrik geplant, die als Modell für eine potenzielle Recyclingfabrik in Enns (OÖ) und künftige Anlagen in ganz Europa dienen soll. 

„Wir wollen mit den Projektergebnissen einen Rahmen für die europäische Recyclingindustrie schaffen, der die Kreislaufwirtschaftsziele unterstützt und sichere Rezyklate für Lebensmittelverpackungen ermöglicht“, betont Fischer.

Projekt greenPLAST-food

Projektlaufzeit: 01.10.2025 bis 30.09.2029
Projektleitung: Univ.-Prof. DI Dr. Jörg Fischer
+43 732 2468-6617
joerg.fischer(at)jku.at

Projektpartner

  • Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Polymeric Materials and Testing & LIT Factory (Lead)
  • AEE INTEC
  • AIT Austrian Institute of Technology GmbH
  • ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG
  • ARAplus GmbH
  • Dipl.-Ing. Karl Schnetzinger (APC Advanced Polymer Compounds)
  • Energieinstitut an der JKU Linz
  • EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen GmbH
  • Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft (AVAW) der Montanuniversität Leoben
  • Lindner Washtech Engineering GmbH
  • Moldsonics GmbH
  • OFI Technologie & Innovation GmbH
  • PreZero Polymers Austria GmbH
  • STEINERT GmbH
  • TriPlast GmbH

Der Kunststoff-Cluster (KC) begleitet das Projekt.

Bei greenPLAST-food handelt es sich um ein Leitprojekt, das im Rahmen der Ausschreibung FTI-Initiative für die Transformation der Industrie 2024 genehmigt wurde. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur gefördert und von der FFG abgewickelt.

Kontaktpersonen: