PRÄAMBEL
Die Politik hat entschieden, das Strategische Programm Innovatives Oberösterreich 2020 nur bis Ende
2019 laufen zu lassen und es ein Jahr vor dem geplanten Ende durch das Nachfolgeprogramm zu
ersetzen.
Dieser Schritt wird vom RFT OÖ begrüßt!
Dennoch ist es aus Sicht des RFT OÖ sehr wichtig, neben der Erstellung des Nachfolgeprogrammes, das
kommende Jahr für Oberösterreich bestmöglich zu nutzen und begonnene Projekte und Maßnahmen
weiter voran zu treiben.
Der RFT OÖ hat auf Basis des Jahresberichtes zum strategischen Programm Innovatives Oberösterreich
2020 und auf Basis zahlreicher Gespräche mit den Verantwortlichen für das SP IOÖ 2020 folgende
Empfehlungen formuliert.
EMPFEHLUNGEN FÜR MASSNAHMEN 2019
Planung 2019
- Für das verbleibende Jahr des Strategischen Programmes sind die Ziele, Strategien und konkreten
Maßnahmen und Projekte je Aktionsfeld, vor allem aber auch für die horizontalen Themen
(Kernstrategien) detailliert – nicht nur auf Ebene von Keywords – durch das Land OÖ zu erarbeiten
und mit den Fördernehmern abzustimmen.
Der RFT OÖ sieht sich in der Rolle, diese Planung zu begleiten und diese in der RFT-Sitzung im
November 2018 zu verabschieden.
Inhalt des Strategischen Programms Innovatives Oberösterreich 2020:
Querschnittsthemen
- Nachhaltige Fokussierung auf die gesamte Innovation-Chain ist zu setzen, um Fachkräfte zu
entwickeln und Hochqualifizierte langfristig in Oberösterreich zu halten bzw. nach Oberösterreich
zu holen (Brain-Gain). Eine enge Abstimmung mit dem Bildungsressort ist erforderlich! - Qualitativer und quantitativer Fachkräftemangel in vielen Bereichen von Wirtschaft und
Forschung, im speziellen im MINT-Bereich beheben. An den Hochschulen erscheint quantitativ ein
regionales Limit erreicht, die Verstärkung der internationalen Sichtbarkeit und Attraktivität von
OÖ als Studien- und Arbeitsplatz wird daher zunehmend wichtig. - Erste Schritte, die Technikinitiativen strategisch auszurichten und mit definierten Zielen zu
versehen sind gesetzt worden. Weitere Anstrengungen gemäß der entsprechenden Empfehlung
des RFT OÖ sind zu unternehmen. - Eine Zukunftsvision „Mobility Region“ Oberösterreich als relevanter Nischenplayer muss
entwickelt werden in Hinblick auf den Wandel zu neuen Geschäftsmodellen und Services, neuen
Antriebskonzepte, Leichtbau, … Hier müssen insbesondere auch die neuen Anforderungen an den
Bildungsbereich von der Lehre bis zu den Hochschulen identifiziert werden. Für die heute in
Oberösterreich stark vertretene Fahrzeug- und Zuliefererindustrie muss der Wandel hin zu neuen
Technologien (z.B. neue Geschäftsmodelle und Services, neue Antriebskonzepte, Leichtbau, …)
proaktiv betrieben werden. Nur so können Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze gehalten und
ausgebaut werden. Erste konkrete Maßnahmen werden begrüßt – sie ersetzen jedoch nicht die
benötigte Zukunftsvision! - Entspannter und sachlicher Umgang mit dem Thema "Digitalisierung" auf allen Ebenen, ohne
Hypes und Überzeichnung. Die öffentliche Wahrnehmung dazu ist kontrovers und inhomogen. Der
RFT OÖ könnte hier eine maßgebliche Rolle spielen. Call Digitalisierung inkl. IT-Security und
Businessmodelle soll als Schwerpunkt für 2019 gesetzt werden, um die Herausforderungen der
Digitalisierung in den Aktionsfeldern (insbesondere Produktion, Gesundheit, Energie und
Mobilität/Logistik)zu thematisieren. - Bei der Digitalisierung in Behörden und öffentlicher Verwaltung besteht ein großer Aufhol- bzw.
Modernisierungsbedarf, hier könnte OÖ eine Vorreiterrolle einnehmen. Breitbandausbau sollte
nicht mehr als Strategiethema, sondern als selbstverständlicher Teil einer modernen Infrastruktur
betrachtet werden.
Aktionsfelder
Industrielle Produktionsprozesse, Energie sowie Mobilität/Logistik
- Hier bedarf es keiner speziellen Schwerpunktsetzung in 2019, weil einige Leitprojekte in
Abarbeitung sind bzw. eingereicht wurden (Ampeln im Jahresbericht sind auf Grün).
Gesundheit / Alternde Gesellschaft
- Besonderer Fokus auf das Projekt MedUp mit Darstellung von Schwerpunkten und Initiierung von
konkreten Projekten. Umsetzung der Landesinitiative „Med Up – Medical Upper Austria“. - Intensive Bewerbung, Unterstützung und Umsetzung des Leitprojektes Medical Engineering
- Reevaluierung des Themenkreises Alter/Prävention. Es gibt hier mehrere Einzelprojekte in
verschiedenen Kooperationen und auch in unterschiedlichen Fragestellungen; eine
Schwerpunktbildung ist bisher kaum sichtbar. Gute Abstimmung zwischen den F&E Einrichtungen
wie JKU, FH OÖ und FHG soll forciert werden.
Lebensmittel / Ernährung
- Initiierung zusätzlicher kooperativer Lebensmittelforschungsprojekte von Firmen und F&E Einrichtungen
- Ausbau der Lebensmittelforschung hinsichtlich Infrastruktur und F&E-Kapazitäten
- Initiierung eines weiteren Leitprojektes für die Lebensmittelforschung in OÖ (neben FFOQSI)
ZIELE UND THEMENSPEICHER
Ziele des Strategischen Programms Innovatives Oberösterreich 2020
- Die 4-Prozent F&E Quote von Oberösterreich bis 2020 muss weiterhin oberstes strategisches Ziel
bleiben und Oberösterreich zum Innovation Leader in Europa aufsteigen. Im Positionspapier
„Empfehlungen zum Thema Erreichung einer 4-Prozent F&E Quote in Oberösterreich“ (2015) hat
der RFT OÖ auf die Dringlichkeit hingewiesen, Maßnahmen zu setzen, um das strategische Ziel
einer 4 % F&E Quote bis ins Jahr 2020 in Oberösterreich zu erreichen und Oberösterreich zum
Innovation Leader in Europa zu positionieren. - Eine deutliche Erhöhung der Forschungsgelder ist zur Zielerreichung unumgänglich. Diesbezüglich
sei darauf verwiesen, das jährliche F&E-Budget des Landes OÖ von 2015 bis 2020 auf € 78 Mio. zu
verdreifachen. - Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften muss sichergestellt werden.
Themenspeicher für das nächste Strategische Programm Oberösterreich 2020-20xx
- Durchgängiges Zielsystem: Die Definition von wenigen klaren, messbaren Zielen und Milestones
ist zur Ausrichtung aller Fördergeber und -nehmer erforderlich, um eine hohe Effizienz der
eingesetzten Mittel zu erreichen. Das derzeitige Zielsystem (siehe Anhang Jahresbericht) ist dafür
nicht geeignet. - Unterschiedliche Unternehmensstrukturen (KMUs, Gazellen, Hidden Champions, Born Globals,…,
Large Enterprises) benötigen ein differenziertes Förderinstrumentarium in der Zusammenarbeit
mit F&E-Einrichtungen. - Die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit den Spitzenregionen in diversen Sektoren soll geschaffen
werden, sodass Oberösterreich von den Besten lernen kann. - Kooperation mit FFG soll beibehalten werden, um keine Parallelstrukturen aufzubauen.
- Zwischenevaluierung größerer Projekte, die im Rahmen des SP finanziert werden, soll vorgesehen
werden, um Stop-or-Go-Entscheidungen zu ermöglichen. - Ein Drittel der oberösterreichischen Unternehmen kooperiert laut Evaluierung noch nicht. Eine
Steigerung der Kooperationen dieser Unternehmen mit F&E Einrichtungen kann als zusätzlicher
Hebel erkannt werden. Analyse der Gründe ist einzuleiten.
Die Positionspapiere (Technikinitiativen, 4-Prozent F&E Quote, Human Resources,
Internationalisierung, Awareness für F&E und Entrepreneurship) sowie auch die grundstrategischen
Empfehlungen des RFT OÖ behalten weiterhin an Gültigkeit.