TraceMe: Whitepaper zum digitalen roten Faden erschienen
Die Anforderungen an Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau werden immer komplexer. Schnell und präzise auf Kundenbedürfnisse einzugehen, ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Acht Unternehmen und sechs Forschungseinrichtungen entwickeln im Projekt „TraceMe“ ein technologisches Rahmenwerk für die digitale Datendurchgängigkeit – den „digitalen roten Faden“. Zum digitalen Requirements Engineering ist nun nach Abschluss der ersten Projektphase ein Whitepaper erschienen.
Dieses Whitepaper konzentriert sich auf das Requirements Engineering und Requirements Management. Es liefert Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau Ansatzpunkte zum Etablieren der digitalen Durchgängigkeit und unterstützt sie auf dem Weg zur digitalen Transformation. Das Whitepaper wurde vom Mechatronik-Cluster der oö. Standortagentur Business Upper Austria in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern und der ReqPOOL Gruppe erstellt.
Hauptergebnis der ersten Projektphase: Die Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, rasch auf komplexe Kundenanforderungen einzugehen und hoch individualisierte sowie an die spezifischen Anforderungen der Kunden angepasste Lösungen zu entwickeln. Eine durchgängige Digitalisierung – insbesondere der Prozesse des Anforderungsengineerings – ist ein wichtiger Faktor, um auch bei weiter steigender Komplexität und noch kürzeren Entwicklungszyklen erfolgreich zu sein.
Die in einem Workshop im Projekt mit ReqPOOL durchgeführte Situationsanalyse zeigt jedoch: Beim Engineering und Management technischer Anforderungen liegt der Stand der Praxis deutlich hinter den vorhandenen Möglichkeiten eines durchgängigen, digitalisierten Anforderungsengineerings. Das Potenzial der Digitalisierung wird hier noch nicht ausgeschöpft. Das gilt analog für die Unterstützung durch Software in den Prozessen der gesamten Wertschöpfungskette. Laut Selbsteinschätzung der am Projekt beteiligten Anlagen- und Maschinenbauer können weniger als 80 Prozent der vorhandenen Daten von Software verarbeitet werden, und die Prozesse beinhalten oft manuelle Schritte.
Bei den Herausforderungen, vor denen alle Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau bei der durchgängigen Digitalisierung des Anforderungsengineerings stehen, finden sich vielfältige Gemeinsamkeiten, jedoch auch unterschiedliche Zwischenstände im Grad der Digitalisierung und bei der Automatisierung verschiedener Prozesse der Wertschöpfungspfade. Um einen durchgängigen Datenfluss über den gesamten Wertschöpfungsprozess zu erzeugen sowie Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren, können die Anlagen- und Maschinenbauer gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren.
Eine zentrale gemeinsame Herausforderung zeigt sich in der Abbildung eines flexiblen Prozesses zur Verwaltung von Anforderungen über alle Prozessphasen hinweg sowie in der Verknüpfung mit dem starren zentralen Datenfluss über Systeme wie ERP. Hier können die Unternehmen von Erfahrungen aus anderen Branchen und Disziplinen wie z. B. der Softwareentwicklung profitieren und die dort bereits vorhandenen Ergebnisse, Methoden und Werkzeuge nachhaltig nutzen.
Das digitale Requirements Engineering bietet jedenfalls im Maschinen- und Anlagenbau ein enormes Potenzial in Bezug auf verbesserte Effizienz, Qualität und Kundenzufriedenheit. Durch den Einsatz geeigneter digitaler Tools und die Implementierung von Best Practices können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und Innovationen vorantreiben.
Requirements-driven Digital Transformation Competences in Mechanical and Plant Engineering
Projektpartner: ENGEL AUSTRIA GmbH, GTech Automatisierungstechnik GmbH, BRAUN Maschinenfabrik Gesellschaft m.b.H., TAT-TECHNOM-Automatisierungstechnik GmbH, Kremsmüller Anlagenbau GmbH, Siemens Industry Software GmbH, framag Industrieanlagenbau GmbH, Fill Gesellschaft m.b.H., Software Competence Center Hagenberg GmbH, RISC Software GmbH, Linz Center of Mechatronics GmbH, FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH, Johannes Kepler Universität Linz – LIT Law Lab, Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Mechatronische Produktentwicklung und Fertigung
Laufzeit: 09/2022-02/2026
Förderprogramm: FFG-Ausschreibung im Rahmen von #upperVISION2030 – FTI Initiative: Digitale Transformation 2021/2022