13.07.2026

Wie Regenwürmer Menschen verbinden

Mit dem WurmHotel zeigt die Wormsystems GmbH aus Andorf, wie sich Biomüll direkt vor Ort verwerten lässt. Was als Prototyp für urbane Nachbarschaft begann, entwickelte sich im Rahmen eines FFG-geförderten Innovationsprojekts zu einem marktreifen Konzept für Hotels, Betriebe und Bildungseinrichtungen. Business Upper Austria unterstützte das Unternehmen dabei, das Projekt erfolgreich auf Schiene zu bringen.

Team WurmHotel der Firma Hargassner: Ein Mann und eine Frau lächeln neben dem Wurmhotel in die Kamera © Wurmkiste
Team WurmHotel der Firma Hargassner © Wurmkiste

Seit 2017 entwickelt die Wormsystems GmbH Lösungen für die Wurmkompostierung im Haushalt. Mit dem WurmHotel ging das Unternehmen einen Schritt weiter: Der Gemeinschaftskomposter für den Außen- und halböffentlichen Raum verwandelt den Biomüll von bis zu 20 Haushalten direkt vor Ort in nährstoffreiche Erde. Regenwürmer zersetzen die organischen Abfälle zu wertvollem Humus, der anschließend in Hochbeeten, Gemeinschaftsgärten oder auf Balkonen zum Einsatz kommt.   

Mehr als nur Technik

Als Wormsystems 2022 seine ersten WurmHotels in Wien aufstellte, wurde Gründer und Firmenchef David Witzeneder rasch klar: Damit das Konzept sein volles Potenzial entfalten kann, braucht es mehr als eine funktionierende Kompostieranlage. „Viele Menschen warfen ihren Müll unbedacht wie in eine gewöhnliche Biotonne ein. Die Würmer waren unsichtbar und irgendwie fehlte die emotionale Bindung zum Projekt. Die Nutzerinnen und Nutzer bildeten keine Gemeinschaft“, erinnert sich Witzeneder. Gleichzeitig blieb der wirtschaftliche Erfolg trotz großem Interesse von Bezirken und Wohnbauträgern aus.

Nutzerfreundlich verbessert

Mit Unterstützung von Oberösterreichs Standortagentur Business Upper Austria und der FFG-Förderschiene Impact Innovation entwickelte Wormsystems das WurmHotel weiter.

Das Team arbeitete nach dem Design-Thinking-Ansatz, testete Ideen, holte Feedback der Nutzer ein und passte das Konzept laufend an. Die wichtigste Erkenntnis: „Der Erfolg hängt nicht allein von der Technik ab. Entscheidend ist der soziale Aspekt. Ein WurmHotel braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen und andere motivieren. Erst dann entsteht eine lebendige Kompostgemeinschaft“, erklärt Witzeneder.

Pilotprojekte liefern wertvolle Erkenntnisse

Im Projekt entstanden fünf Pilotstandorte mit unterschiedlichen Einsatzfeldern – von Nachbarschaftsinitiativen in Wien und Andorf über das Firmenrestaurant des Innviertler Heiztechnik-Spezialisten Hargassner bis hin zu einem Umweltbildungsstandort in Köln. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen optimierte Wormsystems das WurmHotel umfassend. Sichtfenster geben nun Einblick in die Arbeit der Würmer, die Technik wurde vereinfacht und eigens geschulte WurmHotel-Manager begleiten die Nutzerinnen und Nutzer. Mit Erfolg: Die Menschen beteiligen sich aktiv und Fehleinwürfe gingen deutlich zurück. Drei der fünf Prototypen wurden bereits verkauft, die Nachfrage wächst und weitere Standorte in Wien sowie ein Hotel in Deutschland sind hinzugekommen. Darüber hinaus erhielt das Projekt 2024 den Oö. Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit. 

Gemeinsam zum richtigen Förderprogramm

Damit aus der Idee ein gefördertes Innovationsprojekt werden konnte, holte sich Wormsystems früh Unterstützung von Business Upper Austria. Gemeinsam mit den Förderexperten der Standortagentur wurde das passende Programm ausgewählt und der Antrag ausgearbeitet. „Die FFG-Förderschiene Impact Innovation ermöglicht es Unternehmen, ihre Ideen früh durch Einbinden aller relevanten Zielgruppen weiterzuentwickeln. Genau dieser Ansatz hat beim WurmHotel nicht nur das Produkt, sondern das gesamte Nutzungskonzept deutlich verbessert“, betont Susanne Herain-Aigner, Förderexpertin bei Business Upper Austria.

Professionelle Begleitung

Auch David Witzeneder zieht eine positive Bilanz: „Die Zusammenarbeit mit Business Upper Austria war für uns ein Glücksgriff. Das Team hat uns dabei unterstützt, unsere Projektidee optimal auf die FFG-Förderschiene auszurichten und den Antrag inhaltlich wie formal zu schärfen. Die erfolgreiche Bewilligung und Umsetzung verdanken wir auch dieser professionellen Begleitung.“

Nächster Schritt: Hotels und Gastronomie

Nach der erfolgreichen Pilotphase richtet Wormsystems den Blick nun verstärkt auf den Markt. Künftig stehen Hotels, Restaurants und Unternehmen mit eigener Gastronomie im Fokus. Noch 2026 will das Unternehmen den Vertrieb ausbauen und eine Kleinserie starten.

Der direkte Förderdraht 

Die Förderberatung der oberösterreichischen Standortagentur hilft Unternehmen dabei, passende Förderprogramme zu finden und Projekte sicher durch den Antragsprozess zu führen. „Wir kennen die aktuelle Förderlandschaft und zeigen, welche Möglichkeiten sinnvoll und realistisch sind“, betont Susanne Herain-Aigner. Für eine erste Einschätzung steht Unternehmen das Fördertelefon unter +43 732 79810‑5420 oder die E‑Mail-Adresse foerderungen(at)biz-up.at zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter www.biz-up.at/foerderberatung.

Kontaktpersonen:

Susanne Herain-Aigner, Projektmanagerin Forschungs- und Innovationsförderberatung, Business Upper Austria
Susanne Herain-Aigner
Projektmanagerin

Nationale Förderungen

susanne.herain(at)biz-up.at