18.09.2026

Zukunft.HR: Haltung schafft Erfolg und zufriedene Teams

Erfolgreiche Unternehmen bauen auf das Fundament Haltung auf. Damit sind auch die Mitarbeitenden zufriedener. Damit das funktioniert, braucht es Werte, Führung mit Haltung sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit KI und unterschiedlichen Generationen im Unternehmen. Das sind die zentralen Erkenntnisse der Zukunft.HR, die am 16. und 17. September im Stift St. Florian stattfand. 421 Vertreterinnen und Vertreter der HR-Community waren der Einladung der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria gefolgt.

Nora Dietrich, between people GmbH
Nora Dietrich, between people GmbH © cityfoto.at/Pelzl

„In unserer Zeit des ständigen Wandels übernehmen die HR-Abteilungen immer mehr eine strategische Schlüsselfunktion in den Unternehmen“, betonte Business Upper Austria Geschäftsführer Werner Pamminger. Um den Wandel zu bewältigen, braucht es Haltung, vor allem von Führungskräften. Das Motto der Zukunft.HR 2026 – „Mit Haltung voran!“ – nahm diese Erkenntnis schon vorweg.

Sprache prägt unser Denken und Handeln

Wer Veränderung glaubwürdig gestalten will, sollte bewusst formulieren und auf leere Phrasen verzichten. „Sprache ist das Betriebssystem, auf dem wir alle Veränderungen verhandeln“, sagte Sascha Friesike, Direktor des Weizenbaum-Instituts. „Wir müssen die Leute mitnehmen“ ist für ihn eine solche Floskel: „Die Leute wollen nie mitgenommen werden, sie wollen ernst genommen werden.“ Friesikes Appell: „Denken wir wieder stärker darüber nach, was wir sagen.“

„Machen ist wie wollen, nur krasser“

Nicht erst seit der Zukunft.HR ist klar: Erfolgreiche Unternehmen reagieren nicht auf Veränderungen, sondern gestalten sie selbst. „Dafür braucht es Offenheit für Neues und einen stabilen Wertekompass“, ist Manfred Luger, Leiter der Abteilung Human Capital Management bei Business Upper Austria, überzeugt. Die Zukunft.HR hat erneut bewiesen: Es reicht aber nicht aus, wenn die Werte auf Folien oder Plakaten an der Wand stehen – Führungskräfte müssen sie mit Haltung und konsequentem Handeln im Arbeitsalltag mit Leben füllen.

Kompass für nachhaltigen Erfolg

Wie das in der Praxis funktionieren kann, zeigt der strategische Wertekompass bei der Greiner AG. „Nachhaltiger Unternehmenserfolg entsteht dort, wo Werte konsequent in Entscheidungen und Prozesse einfließen“, berichteten Saori Dubourg und Alexander Rechberger von Greiner Packaging. „Unsere Schichtleiter:innen sind unsere Multiplikatoren, die strategische Themen verständlich vermitteln, etwa bei Schichtübergaben, Mitarbeitergesprächen oder Safety Talks.“

Daten statt Bauchgefühl

Entscheidend ist jedoch, wie Mitarbeitende die Werte und Unternehmenskultur im Alltag erleben. Die Fritz Holter GmbH wollte sich dabei nicht mehr auf ihr Bauchgefühl verlassen, sondern Schlüsselerlebnisse der Beschäftigten messen. Mit dem Employee-Experience-Ansatz erreichte das Unternehmen in nur zwölf Monaten eine höhere Mitarbeiterbindung, weniger Fluktuation und konnte offene Stellen schneller als bisher besetzen. Das Unternehmen sparte dadurch mehrere Millionen Euro.

Mit Zukunftsmut gestalten

Das Beispiel Holter zeigt: Wer mit Haltung und Mut vorangeht, meistert den Wandel. Das unterstrich auch Nora Dietrich von der between people GmbH: „Mit Zukunftsmut hält man die Transformation nicht nur aus, sondern gestaltet sie mit. Das bedeutet auch, transparent zu kommunizieren und Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.“ Einen weiteren Aspekt von Haltung strich Manfred Luger hervor: „Haltung zeigen schafft auch einen Wettbewerbsvorteil. Wenn Führungskräfte diese Verantwortung übernehmen, signalisieren sie: Bei uns können wir uns aufeinander verlassen, wir geben Orientierung und lassen Beschäftigte selbstständig arbeiten.“

Der große Irrtum: Jobkiller KI

Wer diese Voraussetzungen geschaffen hat, kann im Unternehmen auch mit dem von der KI verursachten Wandel umgehen. Für Manfred Luger steht fest: „KI ist kein Jobkiller. Belegschaften werden anders eingesetzt, es bleibt mehr Zeit für andere Dinge.“ Das bestätigte auch Gerhard Kürner von 506.ai: „Wir haben kein Jobkiller-Problem, sondern ein Transformationsproblem. Die Zukunft der Arbeit hängt nicht von der KI selbst ab, sondern davon, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden qualifizieren, Arbeit neu organisieren und den Wandel aktiv gestalten.“

Mehrwert durch KI

Wo wir beim Einsatz von KI im Personalwesen tatsächlich stehen, berichtete Dirk Finning von Kühne+Nagel: „Das größte Potenzial liegt nicht in persönlicher Produktivität, sondern in datenbasierten Entscheidungen, Automatisierung und Wissensmanagement.“ HR-Anwendungen reichen bereits von selbstoptimierenden Stellenanzeigen und automatisiertem Bewerber-Screening über personalisierte Onboarding-Prozesse bis hin zu Skills Management und Nachfolgeplanung.

Kante zeigen

Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung brachte einen weiteren Aspekt ein: Auch das Miteinander verschiedener Generationen sei eine Haltungsfrage. „Generationenkonflikte entstehen weniger durch tatsächliche Unterschiede als durch gegenseitige Erwartungen und Zuschreibungen“, sagte Maas. Er plädierte dafür, junge Menschen nicht gleich beim Einstieg mit Benefits zu überhäufen. Sein Appell: „Zeigt Kante gegenüber den Ansprüchen junger Menschen! Wenn man sich einen Job ‚verdienen‘ muss, ist er am Ende mehr Wert und junge Menschen haben ein Erfolgserlebnis. Wenn sie gleich alles von Anfang an bekommen, nimmt man ihnen das!“

Miteinander lernen und wachsen

„Niemand muss jede Lösung selbst entwickeln. Viele Unternehmen stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Der Austausch von Erfahrungen, Ideen und guten Beispielen hilft, schneller zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen“, so lautet das Fazit von Martina Hamedinger, Beiratssprecherin der Abteilung Human Capital Management bei der Standortagentur. Genau das ermöglicht die Zukunft.HR jedes Jahr.

Kontakt:

Manfred Luger, Leitung Human Capital Management, Business Upper Austria
Manfred Luger
Leitung Human Capital Management
manfred.luger(at)biz-up.at