Energiewende in der Industrie: Oberösterreich und Steiermark sind Vorzeigeregionen für Energieinnovation

Zwei Frauen und zwei Männer mit NEFI-Plakat und Österreich-Karte
Landeshauptmann-Stv. Dr. Michael STRUGL, Hon. Prof. Mag. DI Dr. Brigitte BACH, MSc, Austrian Institute of Technology, DI Theresia VOGEL, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds, und Univ.-Prof. Dr. Wilfried EICHLSEDER, Rektor Montanuniversität Leoben. Foto: Land OÖ/Sabrina Liedl

12.12.2017

"Je intelligenter und effizienter wir mit Energie umgehen, desto erfolgreicher werden wir im internationalen Wettbewerb sein“, sagt Forschungs- und Energiereferent LH-Stv. Dr. Michael Strugl. Daher wird bei der im heurigen Frühjahr beschlossenen Energiestrategie "Energie-Leitregion OÖ 2050" die Verbesserung der Energieeffizienz noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Darüber hinaus soll auch der Anteil an erneuerbaren Energieträgern weiter gesteigert werden. Der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern im produzierenden Bereich trägt zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherheit bei. Besonders heimische Energietechnologie-Unternehmen profitieren schon davon.

Die Ziele der Energiestrategie "Energie-Leitregion OÖ 2050" werden in konkreten Projekten des Innovationsverbundes "New Energy for Industry" (NEFI) umgesetzt. NEFI ist eine F&E-Plattform und versteht sich als Industrieregion von produzierenden und energieintensiven Unternehmen mit einem besonderen Fokus auf Oberösterreich und Steiermark aufgrund der hohen Dichte produzierender Unternehmen, überdurchschnittlich hohem Energiebedarf und der Zielsetzungen der beiden Landesregierungen.

Oberösterreich stärkt damit sein Innovations-Ökosystem, indem sowohl Technologie zur Anwendung kommt als auch Energietechnologie entwickelt wird und die gesamte Wertschöpfungskette – von den Großunternehmen, den KMU, den Energietechnologieentwicklern bis zu den Energieplanern und Nutzern – verbunden wird. Ziel ist auch in bestimmten Segmenten Energietechnologie- und Innovationsführerschaft zu erreichen und international sichtbar zu sein.

Oberösterreich bei Energietechnologie im Spitzenfeld
In der Energietechnologie nimmt Oberösterreich schon jetzt eine internationale Spitzenposition ein: Mehr als die Hälfte aller innovativen Unternehmen in Oberösterreich haben im Zeitraum 2012 bis 2014 (letztverfügbare Daten) eine „Öko-Innovation“ umgesetzt. Als „Öko-Innovationen“ werden neue oder deutlich verbesserte Produkte, Dienstleistungen, Prozesse, organisatorische Neuerungen sowie Marketinginnovationen bezeichnet, die positive Auswirkungen auf die Umwelt haben. Zu den wichtigsten Innovationszielen gehören die Senkung des Energieverbrauchs sowie die Ressourceneffizienz.

Für das Industriebundesland Oberösterreich ist vor allem der produzierende Sektor entscheidend. Das Projekt NEFI bringt in diesem Zusammenhang einen dreifachen Nutzen: 1. Der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Ressourcen sichert den Produktionsstandort Oberösterreich und die damit verbundene Wertschöpfung & Arbeitsplätze auch vor dem Hintergrund herausfordernder europäischer Klimaschutzziele langfristig ab. 2. Heimische Technologien, die im Zuge von NEFI (weiter-)entwickelt und im eigenen Bundesland eingesetzt werden, können in weiterer Folge auch auf dem Weltmarkt ausgerollt werden. 3. Aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Technologieanbietern und Unternehmen entsteht ein Innovationsverbund, der den Weg zur Dekarbonisierung der Industrie weist.

Breite Beteiligung und zusätzliche Arbeitsplätze
Diese Leuchtturmprojekte, die in den produzierenden Unternehmen umgesetzt werden, dienen sowohl zur Bewusstseinsbildung als auch als Anschauungsbeispiele für interessierte Unternehmen. Ein großer Vorteil dieses Innovationsverbundes ist, dass nicht nur große Leitbetriebe, sondern auch innovative KMU in die Aktivitäten miteinbezogen werden und von den Forschungsergebnissen profitieren. Breit ist auch die Beteiligung nach Branchen: Lebensmittel, Maschinenbau, Chemie, Zement, Stahl und Kunststoff sind vertreten. Hinzu kommt ein positiver Beschäftigungseffekt: Jeder neue Beschäftigte in der Cleantech-Branche schafft nahezu zwei zusätzliche Arbeitsplätze in anderen Branchen.


Foto: Dipl.-Ing. Christian Maurer

Dipl.-Ing. Christian Maurer

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