Gemeinsam gegen den Flächenfraß

Erfolgreiche Leerstandbelebung im Steyrtal

v.l.: Friedrich Reinisch, Bürgermeister von Molln, Gerald Augustin, Bürgermeister von Grünburg, Wirtschafts-und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner, LAbg. Dr. Christian Dörfel, Bürgermeister von Steinbach/Steyr, und DI Alois Aigner, RMOÖ-Regionalmanager Steyr-Kirchdorf © Land OÖ / Lisa Schaffner
v.l.: Friedrich Reinisch, Bürgermeister von Molln, Gerald Augustin, Bürgermeister von Grünburg, Wirtschafts-und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner, LAbg. Dr. Christian Dörfel, Bürgermeister von Steinbach/Steyr, und DI Alois Aigner, RMOÖ-Regionalmanager Steyr-Kirchdorf © Land OÖ / Lisa Schaffner

11.12.2019

Land OÖ sagt Flächenfraß & Zersiedelung den Kampf an: Reaktivierung von Leerständen und Brachen vor Neuwidmungen

„Mit der geplanten Novelle des OÖ. Raumordnungsgesetzes sagen wir dem Flächenfraß und der Zersiedelung ganz klar den Kampf an. Wir wollen unsere Lebensgrundlagen schonen und schützen, indem wir den Flächenverbrauch reduzieren. Ein zentraler Punkt dabei: Leerstände und Brachflächen sollen reaktiviert und genutzt werden, bevor Flächen neu gewidmet werden“, stellt Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner zur künftigen aktiven Raumordnungspolitik in Oberösterreich unter dem Motto „Der Zukunft Raum geben“ fest.

„Die Nutzung von vorhandenen leer stehenden Gebäuden und Brachflächen soll sowohl auf Gemeindeebene als auch bei Betriebsansiedlungen im Vordergrund stehen“, verweist Landesrat Achleitner auf zwei wesentliche Stoßrichtungen beim Kampf gegen den Bodenverbrauch in Oberösterreich.

Projekt „Leerstand-Belebung im Steyrtal“ als Best-Practice-Beispiel

„Ein gleich in mehrfacher Hinsicht beispielgebendes Projekt stellt die erfolgreiche Leerstand-Belebung im Steyrtal dar: Hier haben die drei Gemeinden Steinbach an der Steyr, Grünburg und Molln über die Gemeindegrenzen hinaus geblickt und im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit erreicht, dass 12 von ursprünglich 16 leerstehenden Gebäuden wieder genutzt werden, weiters wurde ein Gebäude abgerissen und die Fläche für Wohnbau umgewidmet und bebaut. Hier wurden eine vorausschauende Regionalentwicklung und eine flächensparende Raumplanung betrieben sowie die Vorteile einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit genutzt“, hebt Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Achleitner hervor.

Zukunftsstrategie „Upper Region 2030“ zur Stärkung des ländlichen Raums

Ausgangspunkt für das erfolgreiche Projekt Leerflächenmanagement Steyrtal war eine Studie, die seitens des Landes OÖ aus dem Programm „Flächensparende Baulandentwicklung finanziert worden ist und in der die Leerstände in den drei Gemeinden analysiert worden sind. „Damit wurde seitens des Landes ein Anstoß gegeben, die Umsetzung erfolgte dann durch das beispielgebende Engagement dieser drei Gemeinden. Das wird auch eine Stoßrichtung der neuen Gesamtstrategie „Upper Region 2030“ für die künftige Raumplanung in Oberösterreich sein, die gerade erstellt wird. Mit Best-Practice-Beispielen wie im Steyrtal wollen wir bei den Gemeinden ein Bewusstsein für eine nachhaltige und gemeindeübergreifende Regionalentwicklung schaffen. Durch die Unterstützung von Prozessbegleitungen bei derartigen vorausschauenden Projekten wollen wir zusätzliche Impulse geben. Die Umsetzung muss dann durch die beteiligten Gemeinden selbst erfolgen“, unterstreicht Landesrat Achleitner.

Die künftige Gesamtstrategie „Upper Region 2030“ für die Raumplanung in Oberösterreich und die geplante Novelle zum Oö. Raumordnungsgesetz sind zentrale Elemente des „Impulsprogrammes ländlicher Raum“, mit dem die Lebensqualität in allen Regionen Oberösterreichs dauerhaft gesichert und gestärkt werden soll.

Fokus auch auf Neu-Nutzung von Gewerbe- und Industriebrachen

Auch Oberösterreichs Standortagentur Business Upper Austria legt bei Betriebsansiedlungen den Fokus auf die neue Nutzung vorhandener Gewerbe und Industriebrachen. „Eine Erhebung der Business Upper Austria, an der 93 % aller oberösterreichischen Gemeinden teilgenommen haben, hat ergeben, dass in diesen Gemeinden insgesamt 102 Flächen im Gesamtausmaß von rund 68 ha gibt. Auch hier gilt: Bei Betriebsansiedlungen sollen zuerst vorhandene Brachflächen genutzt werden, bevor es zu Neuwidmungen kommt“, erklärt Landesrat Achleitner. Konkret prüft die Business Upper Austria, welche von diesen Flächen auch tatsächlich verfügbar sind. Diese werden in einer eigenen Standortdatenbank (www.standortooe.at) erfasst und gezielt vermarktet.

Ein Beispiel, wie die Nachnutzung von bestehenden Brachflächen gelingen kann, ist das ehemalige Milchtrockenwerk in Taufkirchen an der Pram, das im Rahmen einer regionalen Initiative als Gewerbepark revitalisiert wird, der verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten (Lager, Büro, Produktion) bietet. Es handelt sich um gewidmetes Industriegebiet direkt an der Bahnstrecke mit 6.000 m2 überdachter Fläche und einem Gesamtareal von rund 1,4 Hektar.

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