Linzer Verein will Gemeinden beim Bodenschutz unterstützen

Stefan Sterlich, Gründer des Linzer Vereins Dencities, steht vor einem großen weißen Haus im Freien ©Dencities
Stefan Sterlich, Gründer des Linzer Vereins Dencities ©Dencities

11.01.2024

Nachhaltige Siedlungsräume, weniger Bodenverbrauch sowie Natur- und Artenschutz ‒ dafür setzt sich der Linzer Verein Dencities ein. Dank unserer Beratung erhält der Verein nun 75.000 Euro Fördergeld aus dem Programm „Impact Innovation“ der FFG. Damit finanziert der Verein ein Forschungsprojekt, um nachhaltige Siedlungsentwicklung in Österreich zu beschleunigen. Parallel läuft auch eine Crowdfunding-Kampagne.  

Der angehende Architekt Stefan Sterlich hat den Verein Dencities im Juli 2023 gegründet. Motivation dafür war der alarmierende Bodenverbrauch in Österreich, sagt er:

„Trotz zahlreicher Gesetze und Richtlinien droht der Flächenverbrauch die natürlichen Ressourcen des Landes zu zerstören. Wir stehen vor dem Problem, dass die für eine nachhaltige Entwicklung sorgenden Planungsinstrumente die Realität verfehlen und der vorhandene, teils hervorragend dokumentierte Wissensstand die Menschen, insbesondere Entscheidungsträger:innen, nicht erreicht.“ 


Klimaziele und Kommunalplanung 

Dabei sei das Potenzial, unseren CO2- und Ressourcenverbrauch zu senken und klimafreundliches Verhalten zu fördern, in der Raumplanung und Mobilität enorm, ist Sterlich überzeugt. Es brauche aber innovative und vor allem skalierbare Lösungsansätze, die sowohl die Gemeinden direkt als auch in der Kommunalplanung Tätige in ihrer Arbeit unterstützen. „Wir brauchen bundesweite Gesetzgebungen wie z. B. bindende Flächenkontingente und praxisnahe Lösungen vor Ort. Hier setzen wir an.“ Sterlich und seine Vereinskolleg:innen wollen nun ein Jahr lang erforschen, welche Lösungsansätze funktionieren und was es auf kommunaler Ebene braucht, um die Klimaziele zu erreichen. 


Alle sollen mitwirken 

„Unser Ziel ist die Entwicklung eines niederschwelligen und praxisorientierten Tools für die partizipative Kommunalplanung, das neue Lösungsansätze für bestehende Probleme bietet und die nachhaltige Ortsentwicklung beschleunigt. Wir wollen damit Gemeinden entlasten und ihre verantwortungsvolle Rolle in der Siedlungs- und Bodenpolitik stärken. Unsere Lösung steht für Partizipation, Information und Inspiration in der Kommunalplanung“, erklärt Sterlich. „Die Transformation zu nachhaltigen Siedlungsräumen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss dementsprechend auch gesamtgesellschaftlich mitgetragen werden.“ Der Vereinsgründer ist überzeugt: Damit Kommunalplanung künftig nachhaltig erfolgt, müssen Gemeinden Herausforderungen, Ziele und Intentionen besser kommunizieren, die Zusammenarbeit von Planern, Experten und Gemeindeverantwortlichen erleichtert sowie Bürger:innen in die Kommunalplanung eingebunden werden. 


Fördergeld dank professioneller Beratung 

Weil ein solches Projekt natürlich Geld kostet, wandte sich der Verein dencities an unsere Förderexpert:innen. Förderberater Roland Nöbauer identifizierte das Programm „Impact Innovation“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG als geeignet. Kollegin Susanne Herain-Aigner unterstützte den Verein dann beim Förderantrag und dessen Einreichung. Dencities erhielt nun die Zusage für 75.000 Euro Förderung und kann mit dem Projekt am 1. Februar starten. 


Lösungen in Form von Prototypen 

„In einem agilen Innovationsprozess arbeiten wir gemeinsam mit betroffenen Akteur:innen mehrerer Pilotgemeinden an positiven Zukunftsbildern. Wir beginnen mit Workshops und Tiefeninterviews. Auf deren Basis folgt eine neunmonatige Entwicklungs- und Evaluierungsphase mit dem Fokus auf Rapid Prototyping. Hier werden die involvierten Akteur:innen in regelmäßigen Feedbackschleifen eingebunden“, sagt Sterlich. Mithilfe der Prototypen werden konkrete Lösungen entwickelt und evaluiert. Ergebnis soll ein praxisnahes Werkzeug zur Implementierung in die partizipative Kommunalplanung von morgen sein. 


Weitere Interessierte gesucht 

Die Innovationsexpertin Edith Öller von IDEAZ, Transformationsexpert:innen von Quantuum Consulting, das Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau der Universität für Bodenkultur Wien sowie die Stadtplaner:innen von Modul5 und das Klimaschutz-Beratungsunternehmen ClimatePartner begleiten das Projekt. Das Ergebnis soll möglichst allen Gemeinden nutzen. „Daher suchen wir den Kontakt und Austausch mit interessierten Gemeinden zu jedem Zeitpunkt.  


Call to Action 

Da die Herangehensweise ergebnisoffen ist, können sich interessierte Gemeinden, jederzeit aktiv am Projekt beteiligen und ihre individuellen Themen einbringen. „Wir wollen möglichst viele Beteiligte einbinden“, ergänzt der Vereinsgründer. „Daher suchen wir betroffene und interessierte Personen und Organisationen, engagierte Bürger:innen, Initiativen, Genossenschaften und Bauträger, Planer:innen, Betriebe sowie Schulen und freuen uns über zahlreiche Rückmeldungen.“ Für die Restfinanzierung läuft noch bis Ende Jänner eine Crowdfunding-Kampagne, die auf www.respekt.net/dencities unterstützt werden kann. 


Dencities ‒ Verein zur Förderung nachhaltiger Siedlungsräume 

Dencities ist ein Verein zur Förderung nachhaltiger Siedlungsräume mit Sitz in Linz. Die junge Initiative kommt aus der Architektur, arbeitet mit einem interdisziplinären Team und setzt sich für mutige Bodenpolitik, Empowerment der Gemeinden und nachhaltige Rahmenbedingungen für Planer:innen ein. Dencities wurde im Juli 2023 gegründet. Der Name Dencities setzt sich aus den englischen Begriffen cities und density, also Städte und Dichte, zusammen. Der Verein beschäftigt sich also mit dem Fußabdruck von Siedlungsräumen. 

Kontakt: 
Stefan Sterlich 
contact@dencities.org 
www.dencities.org 

 

Dencities – Wertschöpfungsinitiative für Gemeinden und Planer 

Die Crowdfunding-Kampagne auf Respekt.net läuft noch bis Ende Jänner. 
www.respekt.net/dencities 

Förderprogramm: „Impact Innovation“ 
Fördergeber: FFG 
Fördersumme: 75.000 Euro 
Projektlaufzeit: 1.2.2024-31.1.2025 
 

Impact Innovation 

Das FFG-Förderprogramm „Impact Innovation“ ist ideal, um Probleme zu lösen und mit Innovationsmethoden passende Ideen zu finden und zu testen. „Der Förderantrag kann schon gestellt werden, wenn das Problem zwar identifiziert, aber noch völlig unklar ist, wie die Lösung aussehen könnte. Das Programm ist themen- und branchenoffen und ist vor allem für KMU interessant“, erklärt Susanne Herain-Aigner, Förderexpertin bei Business Upper Austria. Auch Großunternehmen können einreichen, sofern es sich um eine soziale Innovation handelt. „Wichtig ist, dass in den Prozess alle Beteiligten eingebunden sind und Innovationsmethoden eingesetzt werden“, ergänzt Herain-Aigner. Unternehmen können sich bis zu 75.000 Euro für ihre Ideen holen. Einreichen ist jederzeit online über den FFG-eCall möglich. 
www.ffg.at/impactinnovation 
 

Förderberatung 

Am Fördertelefon von Business Upper Austria beraten Expert:innen zu aktuellen Förderprogrammen und individuellen Förderanliegen: 

+43 732 79810-5420 
foerderungen@biz-up.at 
www.biz-up.at/foerderberatung 


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Foto von Susanne Herain

Susanne Herain-Aigner

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