Von analog zu digital: Lösung für Maschinenparks

Herbert Pataky, CEO von PASO Solutions © PASO Solutions
Herbert Pataky, CEO von PASO Solutions © PASO Solutions
Mario Salhofer, Kundeberater der Ginzinger electronic systems GmbH © Ginzinger electronic systems GmbH
Mario Salhofer, Kundeberater der Ginzinger electronic systems GmbH © Ginzinger electronic systems GmbH

08.07.2021

Einen Maschinenpark digitalisieren zu wollen, ist schon eine große Herausforderung. Dafür eine passende Gesamtlösung zu finden, die für unterschiedlichste Maschinenparks angewendet und von jedem beliebigen Ort aus bedient werden kann, steigert aber noch einmal die Komplexität. Zwei oberösterreichische Unternehmen haben sich dennoch nicht abschrecken lassen. Sie starteten mit Unterstützung des IT-Clusters der oö. Standortagentur Business Upper Austria ein Kooperationsprojekt. Mit finanzieller Hilfe des Landes Oberösterreich entwickelten PASO Solutions und Ginzinger electronic systems in kürzester Zeit einen Prototyp, der als Komplettlösung zur digitalen Maschinenbetreuung bereits bis zum Jahresende marktreif sein wird.

Es ist der perfekte Match: PASO Solutions und Ginzinger Electronic Systems. Während das Hohenzeller Unternehmen PASO Solutions GmbH auf Softwarelösungen spezialisiert ist, hat sich das Elektronikentwicklungsteam von Ginzinger electronic systems aus Weng/Innkreis, das eine Niederlassung in Linz hat, einen Namen bei Hardware gemacht. Dass die Zusammenarbeit optimal funktioniert, haben sie bereits in einem vorangegangenen Kundenprojekt festgestellt. Dabei entstand die Idee, gemeinsam an einem einfach zu nutzenden Standardprodukt zu arbeiten, das die Steuerung von teilweise noch analogen Maschinenparks ermöglicht. Für das hochgesteckte Ziel wurden im Rahmen des Kooperationsprojekts zwei wissenschaftliche Partner ins Boot geholt. Die FH OÖ Campus Hagenberg lieferte wertvolles Basiswissen zu Künstlicher Intelligenz, die FH Steyr sorgte für umfassende Informationen zu den Bedürfnissen am Markt sowie den Vertriebsmöglichkeiten. Der IT-Cluster koordinierte das Projekt, half beim Förderantrag und stand beratend zur Seite.

„Industrieanlagen werden immer komplexer und generieren eine große Menge unterschiedlichster Daten. Um diese zu verwerten, braucht es eine robuste Kombination von intelligenten Algorithmen und Hardware. Das Projekt weist in diese Richtung“, sagt Robert Stubenrauch, Projektmanager im IT-Cluster.
 

Herstellerunabhängiges Nachrüsten möglich

Doch wie gelingt es, einen analogen Maschinenpark ins digitale Zeitalter zu befördern? Bestandteile der Systemlösung sollten ein modernes, webbasiertes Dashboard zur Visualisierung der Informationen, ein Sensormodul zur Datenerfassung und eine Analytics-Datenbank sein, die für das Aufbereiten der umfassenden Datenströme nötig ist. Für die verschiedenen Sensoren wird auf Künstliche Intelligenz gesetzt. Der Vorteil eines herstellerunabhängigen Moduls ist dabei, dass fast jede vorhandene Maschine nachgerüstet werden kann, um an digitale Informationen zum Steuern der Fertigung zu kommen.

„Unsere regionale Lösung ermöglicht es, mithilfe von Sensorik und Künstlicher Intelligenz, Produktionsprozesse zu verbessern und das volle Potenzial aus der Anlage zu schöpfen.“ fassen Herbert Pataky von PASO Solutions und Mario Salhofer von der Ginzinger electronic systems GmbH zusammen.
 

Vom Prototyp zum fertigen Produkt

Das Projekt startete im August 2020 und ist mittlerweile abgeschlossen. Die fertige Lösung soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen. „Hätte uns die Pandemie nicht eingebremst, wären wir vermutlich schon so weit. Da wir auf die Hardware angewiesen waren, sorgten Verzögerungen in den Lieferketten und die Chipkrise für Verzögerungen. Die Unsicherheit war groß, denn oft wurden wir nur vertröstet, ohne eine Info, wann Lieferungen tatsächlich eintreffen“, erinnert sich Herbert Pataky von PASO Solutions.

„Würde es Corona nicht geben, wäre unsere größte Herausforderung die Schnelllebigkeit bei Hard- und Software. Uns war zwar schon bewusst, dass Technologien rasch durch bessere Lösungen ersetzt werden, aber gerade in diesem Projekt war das für uns schon überraschend, wie schnell es gehen kann.“ Mario Salhofer von Ginzinger electronic systems bestätigt: „Die Basistechnologie war lange Zeit stabil, aber aktuell ist gerade viel in Bewegung. Künstliche Intelligenz stellt im Hard- und Softwarebereich vieles auf den Kopf. Was heute noch gültig ist, ist morgen vielleicht schon ein alter Hut.“
 

Wettbewerbsfähig durch regionale Wertschöpfung

Mit Technologien wie der Künstlichen Intelligenz musste sich das Projektteam neues Wissen aneignen, um die Komplexität zu bewältigen. Ein Lernprozess, der auch langfristig viel gebracht hat, ist sich Herbert Pataky sicher: „Insgesamt war das Projekt für uns ein voller Erfolg. Aufgrund der guten Zusammenarbeit und der Förderung durch das Land Oberösterreich haben wir eine sehr gute Ausgangslage, um uns langfristig im regionalen und überregionalen Umfeld gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen. Trotz der hohen Komplexität und einiger Rückschläge war es uns wichtig, uns nicht entmutigen zu lassen und wieder aufzustehen. Aber das liegt in unserer Natur.“
 

Paso Solutions

Hinter PASO verbirgt sich ein schnell wachsendes IT-Unternehmen mit Standorten in Hohenzell, Graz und Landau in der deutschen Pfalz. Das Team besteht aus engagierten Softwareentwicklern und Projektmanagern, welche gemeinsam individuelle Business-Analytics- und Software-Lösungen für nationale und internationale Kunden entwickeln.
 

Ginzinger electronic systems

Ginzinger electronic systems GmbH aus Weng im Innkreis ist Komplettanbieter für die Entwicklung maßgeschneiderter, integrierter Embedded Linux Hard- und Softwarekomponenten, Leistungselektronik, Microcontroller Lösungen und deren langfristige Produktion.


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Robert Stubenrauch, Projektmanager Industrial Data

DI Dr. Robert Stubenrauch

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