Co-Working: Wer teilt, gewinnt

Österreichs erstes CoWorkLand Regionalbüro in Oberösterreich gegründet

Co-Working-Experte Klaus Madlmair ist Projektmanager bei Business Upper Austria. © Wolfgang Simlinger
Co-Working-Experte Klaus Madlmair ist Projektmanager bei Business Upper Austria. © Wolfgang Simlinger
Unternehmensberaterin Lucia Schramm-Kaineder weiß, wie man Gemeinschaften aufbaut. © Wolfgang Simlinger
Unternehmensberaterin Lucia Schramm-Kaineder weiß, wie man Gemeinschaften aufbaut. © Wolfgang Simlinger
© Wolfgang Simlinger
© Wolfgang Simlinger

18.07.2022

Niedrigere Kosten, kürzere Pendlerwege, keine Staus, mehr Flexibilität und vor allem der Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg sind entscheidende Vorteile von Co-Working-Spaces am Land. Trotzdem werden die Räumlichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten bisher nur von wenigen heimischen Firmen genutzt – weil vorhandene Angebote zu wenig bekannt sind und Systeme für eine einfache Buchung und Abrechnung fehlen. Die oö. Standortagentur Business Upper Austria und Expertin Lucia Schramm-Kaineder holen durch eine Kooperation mit der CoWorkLand Genossenschaft aus Deutschland die Dienstleistungen nach Oberösterreich.

Flexibilität für Arbeitskräfte

„Rund 60 Co-Working-Spaces gibt es aktuell in Oberösterreich. Mit Beginn der Coronakrise ist Co-Working über die Stadtgrenzen hinaus aufs Land gewachsen“, weiß Klaus Madlmair, Projektmanager bei Business Upper Austria. Zunächst sprach das Konzept vor allem Ein-Personen-Unternehmen und Freischaffende an. Inzwischen haben auch viele Betriebe die Vorteile von Satellitenbüros erkannt. Im Gegensatz zum Homeoffice handelt es sich dabei um Geschäftsräume des Unternehmens, die sich nicht im Hauptquartier befinden. Durch Arbeitsplätze in der Nähe vom Wohnort sparen Mitarbeiter:innen Fahrzeiten und Sprit. Nicht nur Mütter und Väter mit kleinen Kindern können wieder leichter ins Berufsleben einsteigen.

Neuer Dienst für OÖ

Für Betriebe ohne Zweigstellen sind Satellitenbüros mit großem Aufwand verbunden. Denn die Co-Working-Spaces in Oberösterreich sind nicht miteinander verknüpft. Braucht ein Unternehmen Arbeitsplätze in unterschiedlichen Regionen, muss es separat buchen und abrechnen. Hier setzt CoWorkLand an. Die Genossenschaft aus Deutschland hilft seit 2019 Privatpersonen und Unternehmen, Co-Working-Spaces zu gründen und zu betreiben. Herzstück des Angebots ist eine Plattform, die Buchung und Abrechnung erleichtert. Mit einer ortsunabhängigen Anlaufstelle in Oberösterreich will CoWorkLand nun auch den österreichischen Markt erobern.

Win-win-Situation

Geführt wird das Regionalbüro als virtuelle Beratungsstelle von Lucia Schramm-Kaineder und der oö. Standortagentur Business Upper Austria. Schramm-Kaineder hat mehrere Jahre einen Co-Working-Space geleitet. Sie berät Unternehmen und weiß, wie man Gemeinschaften aufbaut. „Dank der Kooperation mit CoWorkLand können Co-Working-Spaces – neben Homeoffice und Büro – als dritte Arbeitsorte genutzt werden. Das ist für alle ein Gewinn. Für die Arbeitskräfte, weil sie raus aus dem auf Dauer ungesunden Homeoffice kommen, ohne die Flexibilität zu verlieren. Die Unternehmen können ihr Arbeitgeberimage verbessern. Außerdem inspiriert das Co-Working-Umfeld als Lern- und Innovationsumgebung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu neuen Ideen“, berichtet die Expertin.

Blick über den Tellerrand

Business Upper Austria berät zu Finanzierung und Förderung, vermittelt Kontakte und fördert den Communityaufbau in Oberösterreich. „Aufgrund der steigenden Nachfrage haben wir im Jahr 2020 eine Erfahrungsaustauschrunde zum Thema Co-Working gestartet. Dadurch ist eine Gemeinschaft entstanden, innerhalb der sich alle Interessierten austauschen können“, sagt Madlmair. „Gemeinsam mit Lucia Schramm-Kaineder wollen wir die Stärken der Co-Working-Spaces weiter bündeln und neue Zielgruppen gewinnen“, erklärt er. Gelingen soll dies durch die Systeme von CoWorkLand, individuelle Beratung, Austausch und Wissenstransfer durch Weiterbildungen sowie überregionale Öffentlichkeitsarbeit.

Vorteile für Gemeinden

Auch die Standortdatenbank standortooe.at informiert über geteilte Büros in Oberösterreich. Auf der Website kann man nach Co-Working-Spaces suchen. Zusätzlich bietet die Datenbank eine Übersicht der gewerblichen Leerstände im Bundesland. „Als Nachnutzungskonzept für leerstehende Immobilien leistet Co-Working einen wichtigen Beitrag zum Bodenschutz. Fast alle der 50 Co-Working-Spaces in Oberösterreich haben sich in Bestandsobjekten niedergelassen“, betont Klaus Madlmair. Lucia Schramm-Kaineder hebt zusätzlich die Bedeutung für Gemeinden hervor: „Co-Working hilft Gemeinden, ihre Ortszentren wiederzubeleben, kommt Nahversorgern zugute und schafft Arbeitsplätze in der Region“.

Das oö. Regionalbüro von CoWorkLand ist eine virtuelle Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Co-Working in Oberösterreich. Die Expert:innen beraten Unternehmen und Arbeitskräfte, Space-Betreibende und Neugründende sowie Gemeinden, die sich für das neue Arbeiten interessieren.

Weitere Informationen finden Sie hier.