Industrie-Standort Oberösterreich treibt mit breiter Initiative die Energiewende voran

V. l.: Wirtschafts- und Energielandesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Geerte de Jong (Programm-Managerin H2-Projekt HEAVENN), Bürgermeister Klaus Luger, Linz AG-Generaldirektor Erich Haider, Michael Strugl (Vorstandsvorsitzender Verbund AG) © Stadt Linz/Andreas Brugger
V. l.: Wirtschafts- und Energielandesrat Markus Achleitner, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Geerte de Jong (Programm-Managerin H2-Projekt HEAVENN), Bürgermeister Klaus Luger, Linz AG-Generaldirektor Erich Haider, Michael Strugl (Vorstandsvorsitzender Verbund AG) © Stadt Linz/Andreas Brugger
Klaus Oberreiter, Leiter unserer Policy-Abteilung, präsentierte bei der H2 Convention in der Linzer Tabakfabrik die oberösterreichische Wasserstoff-Offensive 2030
Klaus Oberreiter, Leiter unserer Policy-Abteilung, präsentierte bei der H2 Convention in der Linzer Tabakfabrik die oberösterreichische Wasserstoff-Offensive 2030 © Sebastian Philipp

30.11.2023

Oberösterreich und der Großraum Linz spielen für die Transformation der Industrie in Richtung Klimaneutralität eine essenzielle Rolle. Um die Zusammenarbeit aller Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette zu beschleunigen, haben die Stadt Linz, das Land Oberösterreich, die LINZ AG und der VERBUND heuer eine Initiative gestartet: im Rahmen der H2 Convention war oberösterreichische Hauptstadt am 27. und 28. November Treffpunkt für rund 300 nationale und internationale Entscheidungsträger:innen aus Städten und Regionen sowie von Unternehmen, Netzwerken und Thinktanks.

Die internationale H2-Expertin und Programm-Managerin des H2-Projekts HEAVENN (Hydrogen Energy Applications in Valleys in Northern Netherlands), Geerte de Jong, gab in ihrer Keynote Einblicke in das HEAVENN-Projekt: Der Norden der Niederlande war die erste Region in Europa, die offiziell zum Hydrogen Valley ernannt wurde: im Rahmen von HEAVENN wurde dort eine voll funktionsfähige grüne H2-Wertschöpfungskette entwickelt.


Energieintensive Industrie klimaneutral machen

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger hebt die Bedeutung der Initiative für den Standort hervor: „Wir haben eine große Aufgabe für Linz in Angriff genommen: die energieintensive Industrie klimaneutral zu machen. Linz und Oberösterreich werden davon profitieren, wenn wir konsequent und zügig daran arbeiten – durch mehr Aufträge für unsere Unternehmen, neue Arbeitsplätze und eine Reputation als moderner Industriestandort. Im Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft im Großraum Linz stellt die H2 Convention das Forum dar, um Unternehmen, Interessensverbände, Universitäten, Verwaltung und Politik zusammenzuführen, um kollaborativ erfolgreich zu sein.“


4-Mio-Euro-Förderausschreibung kommt 2024

Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner bekräftigte erneut, dass klimaneutraler Wasserstoff eines der Schlüsselelemente für die Energiewende gerade auch im Bereich der Industrie darstelle: „Daher haben wir die ‚OÖ. Wasserstoff-Offensive 2030 gestartet, mit dem Ziel, Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesem Bereich zu vernetzen sowie die Wasserstoff-Forschung voranzutreiben. Die Umsetzung schreitet rasch voran: Das OÖ. Wasserstoff-Netzwerk umfasst bereits rund 60 Partner. Vor rund zwei Wochen ist der Auftakt des OÖ. Wasserstoff-Forschungszentrums auf dem FH OÖ-Campus Wels erfolgt, in das vom Land OÖ in einem ersten Schritt 7,3 Mio. Euro investiert werden. Anfang 2024 erfolgt der nächste Meilenstein: Eine Förderausschreibung für Forschungsprojekte zu Wasserstoff-Technologien, die vom Land OÖ mit 4 Mio. Euro dotiert wird.“


Energieversorger bringen sich ein

LINZ AG-Generaldirektor Erich Haider ergänzt: „Als Versorgungsunternehmen ist es unser Auftrag, alle Hebel in Gang zu setzen, um auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu sichern. Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle für die klimaneutrale Transformation der Energieversorgung einnehmen. Aus diesem Grund arbeiten wir als LINZ AG seit geraumer Zeit daran, H2 in unsere Unternehmensbereiche zu integrieren und haben einige konkrete Projekte gestartet. Einige davon sind in Zusammenarbeit mit Schulen und unseren Lehrlingen entstanden und werden erstmals auf der H2 Convention präsentiert – eine zukunftsweisende Veranstaltung, an der wir gerne als Partnerin mitwirken. Denn als regionaler Energieversorger ist es uns wichtig, die Bevölkerung auf dem H2-Weg von Anfang an mitzunehmen. Ich bin überzeugt davon, dass eine Veranstaltung, bei der sich viele Kräfte bündeln, ein wichtiger Treiber für die Wasserstoffzukunft von Linz sein wird.“


VERBUND verfolgt mit seiner Mission V das Ziel, sich als europäischer Wasserstoffplayer zu etablieren.

Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender VERBUND AG, weist auf die enorme Bedeutung der Regulierung für den im Hochlauf befindlichen Markt hin. „Zwar gibt es in ganz Europa riesige Projektpipelines. Fehlende Rahmenbedingungen und die Gaps zwischen Kosten und Zahlungsbereitschaft verhindern aber, dass dringende Investitionsentscheidungen jetzt getroffen werden. Vorrangiges Ziel aus unserer Sicht ist es daher, den Markt für grünen Wasserstoff regulatorisch anzukurbeln und gleichzeitig die Förderlücke für grünen Wasserstoff rasch zu schließen.“


Import-Allianz: Grüner Wasserstoff aus dem Ausland

Abschließend stellte Strugl dem Fachpublikum die Hydrogen Import Alliance Austria (HIAA) vor: „Die HIAA treibt die Etablierung einer grünen Wasserstoffwirtschaft über Importrouten nach Österreich voran, um damit eine wettbewerbsfähige Versorgung der Industrie bis 2030 und darüber hinaus sicherzustellen.“

Mitglieder der Allianz sind AMAG, Gas Connect Austria, LAT Nitrogen, OMV, RHI Magnesita, VERBUND und voestalpine. Das HIAA-Netzwerk deckt die gesamte Wertschöpfung von der Produktion über die Infrastruktur bis zum Verbrauch ab und repräsentiert einen wesentlichen Teil des Wasserstoffbedarfs in Österreich.

Für die Konzeption und Umsetzung der H2 Convention ist das Innovation in Politics Institute verantwortlich. Das Unternehmen mit Sitz in Wien und Berlin setzt Programme zur Demokratieförderung auf EU-Ebene um („European Capital of Democracy”), baut Plattformen für Bürgerpartizipation auf (www.democracy-technologies.org) und fördert Innovation in der Politik, etwa in Form der EU-weit durchgeführten jährlichen Innovation in Politics Awards.

Weitere Partner:innen der H2 Convention, die in Workshops konkrete Erfolgsprojekte vorstellen, sind AMAG, Austrian Power Grid (APG), Bosch, Energie AG, LAT Nitrogen (vormals Borealis), Linde Gas, RAG Austria AG, Siemens Energy, voestalpine/K1-MET und der Zieglerverband.

Im Vorfeld der H2 Convention fand die Jahrestagung der WIVA P&G statt (Wasserstoffinitiative Power to Gas).


H2-Fakten & Special Acts und Elektrolyseure in der Expo Area

Für den Ausbau der Wasserstoff-Wirtschaft und die Transformation der Industrie in Richtung Klimaneutralität bedarf es auch der Kommunikation mit Bürger:innen und Basis-Informationen für die interessierte Öffentlichkeit. Deshalb bot der Public Day der H2 Convention am 29. November in der Tabakfabrik Linz ein umfassendes Informations- und Schauprogramm für Bürger:innen, Student:innen und Schüler:innen mit H2-Talks, Podiumsgesprächen zu Karrierechancen in der Wasserstoffwirtschaft sowie Live-Acts mit Science-Slam Europameister und „Science Buster“ Martin Moder.


H2 Convention in Linz 2023