OÖ Dialog 2024: Industrie und Tourismus im Gleichschritt

V. l.: Andreas Winkelhofer (Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus), Landesrat Markus Achleitner und Werner Pamminger (Geschäftsführer Business Upper Austria)
V. l.: Andreas Winkelhofer (Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus), Landesrat Markus Achleitner und Werner Pamminger (Geschäftsführer Business Upper Austria) © Foto Stoebich e.U.
200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim OÖ Dialog
200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Branchen nutzten den OÖ Dialog als Plattform zur Vernetzung und zum branchenübergreifenden Lernen © Foto Stoebich e.U.
V. l.: Moderatorin Isabella Köck, Michael Kirchsteiger (voestalpine Stahlwelt), Torsten Pedit (Salzwelten), Doris Scheriau-Raschhofer (Brauerei Raschhofer) und Andreas Winkelhofer (OÖ Tourismus) im Marken-Talk
V. l.: Moderatorin Isabella Köck, Michael Kirchsteiger (voestalpine Stahlwelt), Torsten Pedit (Salzwelten), Doris Scheriau-Raschhofer (Brauerei Raschhofer) und Andreas Winkelhofer (OÖ Tourismus) im Marken-Talk © Foto Stoebich e.U.
(v. l.) Keynote-Speakerin Christiane Varga, Myviertel-Initiator Johannes Artmayr, Werner Pamminger (Business Upper Austria) und Jana Reuß (Allgäu GmbH)
Was Regionen für Fachkräfte attraktiv macht, diskutierten (v. l.) Keynote-Speakerin Christiane Varga, Myviertel-Initiator Johannes Artmayr, Werner Pamminger (Business Upper Austria) und Jana Reuß (Allgäu GmbH) © Foto Stoebich e.U.
Loxone-Gründer Thomas Moser
Loxone-Gründer Thomas Moser © Foto Stoebich e.U.
Susanne Formanek vom Innovationslabor Renowave
Susanne Formanek vom Innovationslabor Renowave © Foto Stoebich e.U.

05.06.2024

Ein Ort mit Symbolkraft war der Treffpunkt für den „OÖ Dialog Tourismus.Wirtschaft“ am Dienstag, 4. Juni: Der Loxone Campus in Kollerschlag steht exakt dafür, was bei der Veranstaltung diskutiert wurde: „Er zeigt, wie Tourismus und Wirtschaft zusammenwirken, sich gegenseitig verstärken und so Regionen gestalten können“, betonte Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner. „Wenn es darum geht, die Qualität des Standortes Oberösterreich zu zeigen, dann müssen wir breiter denken. Der Tourismus ist ein großartiger Hebel, um zum Beispiel Arbeitskräften zu zeigen: bei uns könnt ihr dort arbeiten, wo andere Urlaub machen“.  

200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Branchen nutzten den OÖ Dialog, veranstaltet von Oberösterreich Tourismus und Business Upper Austria, als Plattform zur Vernetzung und zum branchenübergreifenden Lernen. Praxisbeispiele und Keynotes widmeten sich den großen Herausforderungen unserer Zeit: Wie werden ganze Regionen attraktiv für Fachkräfte? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit knappen Ressourcen um? Wie können Tourismus und Industrie voneinander profitieren? 


Fachkräfte suchen regionale Strukturen 

Zukunftsforscherin Christiane Varga näherte sich dem Thema Fachkräfte aus der Perspektive der gesellschaftlichen Veränderung. Die Trends zur Vermischung der Sphären wohnen, arbeiten, Freizeit seien eine große Chance für Regionen.

„Es gibt die Sehnsucht nach Natur & Idylle. Regionen müssen vernetzter denken, kooperieren und sich die Lebensrealitäten stellen.“  

Die Initiative myviertel.at setzt genau auf diese regionalen Faktoren. Der Bezirk Rohrbach hat seit vielen Jahren eine niedrige Arbeitslosigkeit und gleichzeitig hohes Wirtschaftswachstum, getragen von kleinen und mittleren Unternehmen. Mit der der demografischen Entwicklung vor Augen, haben sich die Gemeinden des Bezirkes und Unternehmen zusammengeschlossen, um Arbeitskräfte mit einem „Komplettpaket“ aus Arbeitsplatz und Wohnraum anzulocken, wie Initiator Johannes Artmayr (Strasser Steiner) gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Lanzersdorfer (St. Martin im Mühlkreis) vorstellten. 

Werner Pamminger, Geschäftsführer von Business Upper Austria, stellte fest: „Die Arbeitswelt hat sich dauerhaft gewandelt. An der Schnittstelle zwischen produzierender Wirtschaft und Tourismus ergeben sich innovative Möglichkeiten – ich denke nur an Recruiting oder Employer Branding.“ 

Konkurrenz mit Metropolregionen 

Jana Reuß aus dem Allgäu berichtete, dass sich die süddeutsche Region mit rund 800.000 Einwohnern im Wettstreit mit Metropolregionen wie Zürich oder München befindet. In Kooperation zwischen Tourismus und Industrie gelingt es, einen positiven Zuwanderungssaldo zu erzeugen. Top-Faktor, der Menschen anlockt, ist laut Umfragen der Arbeitsplatz.  


Markenwelten: Wie Industrie zum Gästeerlebnis wird 

Im Bühnentalk mit Doris Scheriau-Raschhofer (Geschäftsführerin Brauerei Raschhofer), Michael Kirchsteiger (Geschäftsführer voestalpine Stahlwelt) und Torsten Pedit (Geschäftsführer Salzwelten) ging es um Erlebniswelten von Unternehmen und ihre Rolle für den Tourismus. Wie der Name schon sagt, steht die Erlebbarkeit der Produkte im Mittelpunkt – unabhängig, ob es Salz, Stahl oder Bier ist. Dass die Idee nicht neu ist, erzählte Torsten Pedit: Bereits im Mittelalter wurden adlige Kunden zur Besichtigung ins Bergwerk gebracht – wie heute mit dem Ziel, eine emotionale Bindung zum Produkt oder zur Marke herzustellen, Wissen zu vermitteln und Erlebnisse zu gestalten.  

„Wir haben in Oberösterreich eine enorme Dichte an national und international erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen, die in einer branchenübergreifenden Zusammenarbeit auch für den Tourismus ein Ass im Ärmel sind. Zahlreiche spektakuläre Themen- und Markenwelten zeigen Oberösterreich als starken Wirtschaftsstandort und sind großartige Ausflugsziele, die zum Genießen, Entdecken, Lernen und Staunen einladen. Wir sehen viele Potenziale und Synergien, die sich durch eine engere Zusammenarbeit zwischen Industrie und Tourismus nutzen lassen, das haben wir uns auch in der Landes-Tourismusstrategie 2030 zur Aufgabe gemacht. Die Kooperation zwischen den Branchen trägt auch zur Freizeit- und Lebensqualität in den Regionen bei“, sagte Oberösterreich Tourismus Geschäftsführer Andreas Winkelhofer. 

Um die Vielfalt der Erlebniswelten in ganz Oberösterreich zu erzählen, wurde auch eine neue online Darstellung vorgestellt: https://www.oberoesterreich.at/erlebniswelten.html   


Knappe Ressourcen zwingen zu neuen Lösungen 

Nicht nur Fachkräfte sind ein knappes Gut – auch mit Energie muss künftig noch sparsamer gewirtschaftet werden. Zwei Beispiele machten deutlich, dass dabei ein vielen kleinen und großen Schrauben gedreht werden kann. Susanne Formanek von Renowave, einem Innovationslabor für klimaneutrale Gebäudesanierung, zeigte die großen Potenziale zur Energieeinsparung durch Sanierungen auf. Die schiere Menge mache Sanierungen lohnend: Rund die Hälfte alle Gebäude in Österreich sei aus energetischer Sicht nicht saniert. Gleichzeitig brauche Raumwärme zwei Drittel der Energie im Haus. Stichwort Haus: Loxone-Mitgründer Thomas Moser führte vor, wie sich Energie durch optimierte Energieflüsse einsparen lässt. Dank ausgeklügelter Software gelingt es, Energie nur dann einzusetzen, wenn sie gerade benötigt wird.  

Wie das funktioniert, konnten die Gäste bei Führungen durch den Loxone Campus mit Hotel, Seminarbereich, Büros und Logistikzentrum selbst erleben.